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Bevölkerungsstruktur

(demographische Struktur) Zusammensetzung der Bevölkerung nach demographischen Merkmalen.   Zur Charakterisierung werden i.d.R. drei Merkmalsgruppen verwendet: •   natürliche demographische Merkmale (Geschlecht und Alter) sowie die damit in Verbindung stehende Haushalts- und Familienstruktur, •   wirtschaftliche und soziale sowie •   ethnische und kulturelle Merkmale.     Die Altersgliederung der Bevölkerung ist ein demographisches Strukturelement, an dem abgelesen werden kann, wie die Bevölkerungsbewegungen in der Vergangenheit den heutigen Altersaufbau beeinflussten und umgekehrt, in welcher Weise die derzeitige Altersstruktur künftige Bevölkerungsprozesse begründet. Eine Übersicht der Altersgliederung ist nicht zuletzt von massgebender Bedeutung für die Erfassung künftiger Schüler- und Studentenzahlen sowie des jetzt und künftig verfügbaren Arbeitskräftepotentials. Zur Kennzeichnung der Altersstruktur werden sog. Bevölkerungspyramiden verwendet. Der zeitliche Vergleich des Altersaufbaus der deutschen Bevölkerung zeigt eine Verschiebung zugunsten eines höheren Lebensalters, bedingt durch eine steigende Lebenserwartung und eine zurückgehende Geburtenrate. Wichtig geworden ist auch die Erfassung der Haushalts- und Familienstruktur. Für Fragen der Erwerbstätigkeit sowie Veränderungen im Wohn- und Freizeitverhalten erscheint die Unterteilung in Ein- und Mehrpersonenhaushalte verschiedener Grössenordnung von Bedeutung. Die Kenntnis des Familienzyklus (junge Alleinstehende - junge Ehepaare - vollständige Familien, d. h. Ehepaare mit Kindern - ältere Ehepaare bzw. Alleinstehende mit erwachsenen Kindern) erlaubt, Schlüsse auf das Verhalten der Bevölkerungsgruppen und ihre sich ändernden Ansprüche an Gesellschaft und Raum zu ziehen.   Unter dem Sammelbegriff sozioökonomischer Merkmale werden i. d. R. Bevölkerungsgruppen nach Massgabe von Erwerbstätigkeit, Beschäftigung nach Wirtschaftszweigen, Stellung im Beruf oder Bildungsstand erfasst. Sie erhellen die Wirtschaftsstruktur eines Raumes, geben Hinweise für die Beurteilung der Lebensmöglichkeiten. Gleichzeitig ist von Bedeutung, dass diese Merkmalsgruppen aufgrund des starken sozialen und ökonomischen Wandels in Mitteleuropa auf dem Weg über die Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft einer starken historischen Veränderung unterliegen.   Die Bevölkerungsstruktur nach Massgabe ethnischer und kultureller Merkmale lässt Segmente unterschiedlicher Staatsangehörigkeit, Volksgruppen und Stämme mit verschiedener Kulturtradition sowie Religions- oder Sprachgemeinschaften hervortreten. Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland verdienen ausländische Arbeitnehmer besondere Beachtung, da sie häufig in regionaler und lokaler Konzentration arbeiten und leben. Darüber hinaus zeigt sich, dass diese ihre eigenen Kontaktkreise einschalten und spezifische Formen des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenlebens pflegen.   Die regionale Verteilung der Menschen wird massgeblich durch die natürliche Bevölkerungsbewegung (Geburten, Sterbefälle) und die Mobilität (Zu- und Abwanderung, Binnen- und Aussenwanderung) bestimmt. Diese Vorgänge stehen in einer Wechselwirkung mit der wirtschaftlichen und sozialen Raumentwicklung (Gefälle zwischen alten und neuen Bundesländern, Verdichtungsräumen und ländlichen Räumen). Zwischen räumlicher und sozialer Mobilität bestehen z.B. im Bereich des Arbeitsplatzwechsels, beruflichen Aufstiegs und Wohnortswechsels enge Zusammenhänge.   Die Verteilung der Bevölkerung wird durch das Verhältnis von Bevölkerung zu Fläche, der Bevölkerungsdichte, erfasst. Das Problem ist dabei die richtige Wahl der Bezugsfläche, die häufig ein administratives Gebiet (z.B. einen Landkreis) darstellt. Für Dichtewerte in den Ballungsräumen ist diese Basis aber z.T. nur bedingt verwendbar. Auch bei der Erfassung der Bevölkerung muss man differenzieren zwischen der Wohnbevölkerung und der ortsanwesenden Bevölkerung. Die Statistik in der Bundesrepublik Deutschland geht heute von der Wohnbevölkerung aus bzw. bei mehreren Wohnsitzen vom überwiegenden Aufenthaltsort (Lebensmittelpunkt). Somit werden nichterwerbstätige Personen an ihrem Hauptwohnsitz gezählt, während Erwerbstätige oder Auszubildende - soweit sie nicht Pendler sind — am Arbeitsort bzw. am Ausbildungsort gezählt werden.   Da die Bevölkerungsgruppen ihre Aktivitäten beim Wohnen, Wirtschaften, Erholen usw. durchaus an räumlich unterschiedlichen Standorten durchführen, kann es Vorkommen, dass die Bevölkerungsdichte relativ wenig über die tatsächliche "Belastung" eines Raumes durch eine bestimmte Bevölkerungszahl aussagt. Das trifft besonders für die Freizeiträume zu.   Literatur: Felderer, BJSauga, M., Bervölkerung und Wirtschaftsentwicklung, Frankfurt a.M. 1988. Schäfers, B., Gesellschaftlicher Wandel in Deutschland. Ein Studienbuch zur Sozialstruktur und Sozialgeschichte der Bundesrepublik, 5. Aufl., Stuttgart 1990. Schmid, ]., Die Bevölkerungsveränderungen in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Revolution auf leisen Sohlen, Stuttgart 1984. Schmid, ]., Bevölkerungswissenschaft, Stuttgart 1985.

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