Empfehlungen
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  Home Top 10 Fachbereiche News Hilfe & FAQ
 

Moral Suasion

Moral Suasion Sollen Wirtschaftssubjekte und/oder Gruppen mittels Aufklärung, „moralischer Appelle“ und Empfehlungen zu einem erwünschten Verhalten bewegt werden, spricht man von Moral Suasion. Dieses Instrument kann allein oder begleitend zu anderen Maßnahmen eingesetzt werden, um deren Wirksamkeit zu erhöhen. Berühmt geworden sind die „Maßhalteappelle“ von Ludwig Erhard (1897 - 1977), der in den fünfziger Jahren Wirtschaftsminister und anschließend Bundeskanzler war. Zur Moral Suasion gehören auch Mahnungen der Regierung und/oder der Zentralbank an die Tarifparteien, „maßvolle“, d.h. stabilitätsgerechte Lohntarifabschlüsse vorzulegen.

Notenbankpolitisches Instrument, mit Hilfe dessen durch die Vertreter der Notenbank versucht wird, durch gütliches Zureden die Einsichtsfähigkeit der verantwortlichen Personen der Kreditwirtschaft zu beeinflussen. Hierdurch soll (ohne Druck) ein ihren Vorstellungen konformes Verhalten der Kreditinstitute erreicht werden.

(Seelenmassage) Versuche, verbal das Verhalten Privater zu beeinflussen. Zu erinnern ist vor allem an die früheren Masshalteappelle Ludwig Erhards an die Adresse der Konsumenten, an die Versuche durch Lohnleitlinien oder Orientierungsdaten die Gewerkschaften zur Mässigung zu veranlassen und an die Aufrufe, Inlandsprodukte bevorzugt zu kaufen. Das Verhalten selbst hat die Moral Suasion i.d.R. zwar nicht beeinflussen können, aber zuweilen geholfen, der anstehenden politischen Entscheidung in der Öffentlichkeit durch das eindringliche Ansprechen des Problems den Weg zu bereiten. In der Geldpolitik bedienen sich häufig Notenbanken des Instrumentes der Moral Suasion, indem sie versuchen, durch Appelle vor allem das Verhalten der Kreditinstitute im Sinne gesamtwirtschaftlicher Ziele zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang werden die Kreditinstitute z.B. aufgefordert, sich in der Kreditvergabe oder bei bestimmten Wert- papierverkäufen zurückzuhalten.           

Instrument der Wirtschaftspolitik, mit dem die Öffentlichkeit oder gezielt bestimmte gesellschaftliche Gruppen in Form von Appellen (z. B. zum „Maßhalten") beeinflusst bzw. überzeugt werden sollen, sich „vernünftig" im Hinblick auf die Erreichung angestrebter gesamtwirtschaftlicher Zielsetzungen zu verhalten; z. B. „Preisdisziplin" auf der Arbeitgeberseite oder „Lohndisziplin" auf der Arbeitnehmerseite zu wahren.

Ein Instrument der Notenbank­politik, das vielfach auch als Seelenmassage be­zeichnet wird. So kann die Zentralbank verlauten lassen, sie werde eine Preissteigerung durch Kreditkontraktion bremsen. Darauf reagieren die Geschäftsbanken durch entsprechende Zurück­haltung in der Kreditgewährung.

Vorhergehender Fachbegriff: moral hazard | Nächster Fachbegriff: Moralcontrolling



  Diesen Artikel der Redaktion als fehlerhaft melden & zur Bearbeitung vormerken




   
 
 

   Weitere Begriffe : durchschnittliche Konsumquote | Huckepack-Verkehr | Kooperationsfibel

   Praxisnahe Definitionen

Nutzen Sie die jeweilige Begriffserklärung bei Ihrer täglichen Arbeit. Jede Definition ist wesentlich umfangreicher angelegt als in einem gewöhnlichen Glossar.

  Marketing

  Definition

  Konditionenpolitik

   Fachbegriffe der Volkswirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre stellt einen Grossteil der Fachtermini vor, die Sie in diesem Lexikon finden werden. Viele Begriffe aus der Finanzwelt stehen im Schnittbereich von Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

  Investitionsrechnungen

  Marktversagen

  Umsatzsteuer

   Beliebte Artikel

Bestimmte Erklärungen und Begriffsdefinitionen erfreuen sich bei unseren Lesern ganz besonderer Beliebtheit. Diese werden mehrmals pro Jahr aktualisiert.

  Cash Flow

  Bausparen

  Fremdwährungskonto


     © 2017 Wirtschaftslexikon24.com       All rights reserved.      Home  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum  |  Rechtliche Hinweise
Aktuelles Wirtschaftslexikon