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Eutrophierung

Erscheinungen, die als Folge von Nährstoffanreicherungen (vor allem von Phosphaten) in stehenden oder langsam fliessenden Gewässern zu beobachten sind: •     Die Sichttiefe des Wassers beträgt höchstens 50 cm. •     Die Algendichte pro cm3 potenziert sich gegenüber nährstoffarmen Seen. •     Bei der Zersetzung der Algen entsteht u.a. Schwefelwasserstoffgas mit starker Geruchsentwicklung. •     Die Schlammschicht wächst jährlich um bis zu 2 cm. •     In den Sommermonaten ist auf dem Gewässergrund kein Sauerfstoff mehr vorhanden. Diese Folgen der Eutrophierung führen zu einer Beeinträchtigung der Trinkwasserge- winnung, Erholung und Fischereinutzung, also der Hauptnutzungsarten der Gewässer. Bei der Trinkwassergewinnung aus solchen Gewässern kann die Sicherheit der Trinkwasserversorgung zumindest teilweise dadurch in Frage gestellt sein, dass •     die Leitungsnetze verkeimen, wenn nicht alle Algenstoffwechselprodukte entfernt werden, •     Geruchs- und Geschmacksprobleme auftreten (z.B. durch Schwefelwasserstoff und erhöhte Ionenkonzentrationen), •     sich toxische Stoffe durch verschiedene Blauaigenarten bilden und •     durch Filterverstopfungen und ggf. Filterdurchbrüche die Kosten der Trinkwasser- gewinnung erhöht und die Qualität der Filtrierung vermindert werden. Auch die Fischereinutzung eutropher Gewässer wird wesentlich verschlechtert: •     Durch die starken Sauerstoffschwankungen und den daraus resultierenden Verschiebungen des Säuregrades infolge der Assimilation durch die Algen am Tage und der Sauerstoffzehrung in der Nacht kann ein Fischsterben auftreten. •     Der Laich empfindlicher Fischarten kann am sauerstoffarmen Boden ersticken und damit die natürliche Vermehrung unterbunden werden. •     Durch die Veränderungen der Gewässerflora werden z.T. die Vermehrungsmöglichkeiten der Fische verschlechtert. •     Andererseits steigt bei zunehmender Eutrophierung der Fischeertrag, die Fischbesiedelung wird in vielen Fällen aber so verschoben, dass Edelfische in ihrem Bestand vermindert und für die Fischerei unbrauchbare Arten vermehrt werden. Aber auch der Erholungswert eines eutro- phierten Gewässers sinkt, da vor allem die an der Wasseroberfläche schwimmenden Algen durch ihre Zersetzung eine starke Geruchsbildung hervorrufen oder bei einer massenweisen Vermehrung von Blaualgen durch eine Bildung von Toxinen gesundheitliche Gefährdungen beim Baden auftreten können. Vermindert werden kann eine schon entstandene Eutrophierung durch eine chemische Ausfällung des Phosphats, durch eine Verminderung des für das Algenwachstum notwendigen Lichteinfalls (meist durch Umwälzung des Wassers) oder eine Erhöhung der Fliessgeschwindigkeit des Gewässers. Wirkungsvoller jedoch wäre eine Verringerung des Nährstoffangebots durch eine Reduzierung der Phosphateintragsmenge an der Quelle, z. B. durch die Verringerung des Phosphatanteils in Waschmitteln und eine geringere Verwendung phosphathaltiger Düngesalze.                  Literatur: Wicke, L., Umweltökonomie, 4. Aufl., München 1993.

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