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Moderatorenkonzepte

bilden den Versuch, durch Einschaltung von vermittelnden Gesprächspartnern, die meist herausragende Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens sind, Vorschläge für ein übergreifendes Kapazitätsanpassungsprogramm in Krisensektoren (Kapazitätslenkung) zu erarbeiten. Die Moderatoren beschränken sich überwiegend auf die Konzipierung von Grundlinien einer Lösung und haben keine Entscheidungskompetenz. Ihre Bestellung erfolgt auf Initiative der Unternehmen mit Zustimmung der Regierung. In Einzel- und Gruppengesprächen vermitteln sie zwischen den Unternehmensleitungen. Ihre Tätigkeit ist ehrenamtlich. Ein Beispiel liefert das Stahlmoderatoren- konzept aus dem Jahr 1983. Durch die Konzentration der Stahlproduktion auf die technisch leistungsfähigsten und kostengünstigst arbeitenden Anlagen, durch Abbau von Überkapazitäten und durch Erhaltung mehrerer inländischer Anbieter sollte eine nachhaltige Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Stahlindustrie erreicht werden. Der Moderatorenvorschlag sah eine Stahlgruppe Rhein (Thyssen, Krupp) und eine Gruppe Ruhr (Hoesch, Peine-Salzgitter, Klöckner) vor. Er stand damit im Gegensatz zum Konzept der "Ruhrstahl AG" (Hoesch und Krupp) bei weiterhin bestehender Selbständigkeit der anderen Unternehmen, Beide Modelle unternehmensübergreifender Kooperationen haben sich nicht verwirklichen lassen. Prozess neuzeitlicher Entwicklung, der sowohl materielle Grundlagen des Lebens als auch Formen der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Organisation der Gesellschaft samt ihren Werten und Normen einem tiefgreifenden Wandel unterwarf. Die Modernisierung steht dabei im Zusammenhang mit der Industrialisierung im wirtschaftlichen und mit der Demokratisierung im politischen Bereich. Das Konzept gewinnt an Bedeutung in sog. Modernisierungstheorien, die auf Ursachen und Folgen der Modernisierung abheben. Besonders naheliegend ist die Anwendung auf die Problematik der Entwick- lungs- und Schwellenländer. Der Beschreibung solcher Transformationsprozesse dienen meist Modernisierungsmodelle, die dem Paradigma von Tradition und Moderne verpflichtet sind. Dabei wurde häufig angenommen, dass die Modernisierung traditioneller Strukturen nach einem unilinearen und unaufhaltsamen Entwicklungsmuster erfolge und sich nach dem Vorbild moderner westlicher Gesellschaften entwickle. Vorgänge der Entdifferenzierung und De-Modernisierung (z.B. Re-Islamisierung. Rückbesinnung auf nationale und kulturelle Traditionen) haben Zweifel am Grundkonzept der Modernisierungsforschung genährt und den Vorwurf ethnozentrischer und ideologischer Verzerrung ausgelöst. Insbesondere ist zu bemerken, dass manche Aspekte der De-Modernisierung geradezu als Folge des Modernisierungsdrucks nach westlichem Muster gesehen werden müssen.             Literatur: Eisenstadt, S.N., Tradition, Wandel und Modernität, Frankfurt a. M. 1979.

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