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Positivismus

philosophisch-wissenschaftstheoretische Position, die verlangt, dass sich die Einzelwissenschaften auf die Erforschung der positiven Tatsachen (im Sinn von wahrnehmbaren Sachverhalten) beschränkt. Der Name geht auf Auguste Comte zurück; als Begründer gilt David Hume. Nach Comtes Drei-Stadien-Gesetz durchlaufen (Real-)Wissenschaften die folgenden Stufen: Eine theologische, in der die realen Erscheinungen durch den Einfluss von Göttern oder eines Gottes gedeutet werden; eine metaphysische, in der mit Vorstellungen vom allgemeinen Wesen (Essentialismus) der interessierenden Dinge gearbeitet wird; schliesslich eine positive, die sich strikt auf Beschreibung von Tatsachen und den für ihr Zustandekommen massgeblichen Gesetzmässigkeiten beschränkt. Eine Zuspitzung stellt der logische Positivismus des Wiener Kreises (Moritz Schlick u. a.) dar, der nur das für wissenschaftlich sinnvoll erklärt, was durch die Erfahrung nachprüfbar (spezieller: verifizierbar) ist. Faktisch läuft dies darauf hinaus, jegliche Metaphysik (d.h. Aussagen über die Realität, ohne dass diese unmittelbar überprüft werden können) aus den Realwissenschaften zu verbannen. Auf die mit einem derartigen Rigorismus verbundene Problematik hat bereits Karl R. Popper in seiner "Logik der Forschung" hingewiesen und dabei als Abgrenzungskriterium (nicht: Sinnkriterium) zwischen Realwissenschaft und Metaphysik die prinzipielle Falsifizierbarkeit (Kritischer Rationalismus) vorgeschlagen. In den Einzelwissenschaften findet sich naiv-positivistisches Gedankengut vor allem in jenem radikalen Empirismus wieder, der sich im wesentlichen auf die Sammlung von Erfahrungstatsachen beschränkt, ohne dass diese in umfassende theoretische Systeme integriert werden.  Literatur: Popper, K. R., Logik der Forschung, 8. Aufl., Tübingen 1984. Feyerabend, P. K., Wie wird man ein braver Empirist?, in: Krüger, L.,(Hrsg.), Erkenntnisprobleme der Naturwissenschaften, Köln, Berlin 1970, S. 302. Kolakowski, L., Die Philosophie des Positivismus, München 1971.

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