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soziales Dilemma

besagt, dass individuelles Rationalverhalten zu kollektiv ineffizienten Ergebnissen führen kann. Der Begriff wurde ursprünglich auf das Allmendeproblem bezogen. Bei einem Allmendegut wird Konsumausschluss entweder nicht praktiziert (gemeinschaftlich genutzte Weidefläche = Allmende) oder ist nicht praktizierbar (Hochseefischfang). Im Unterschied zu rein öffentlichen Gütern besteht jedoch Konsumrivalität. Der fehlende Konsumausschluss hat zur Folge, dass individuell rationales Verhalten zu einer kollektiv nicht rationalen, weil ineffizienten Übernutzung des Gutes führt. Besonders ausgeprägt zeigt sich diese Problematik im Zusammenhang mit der Überfischung der Meere. Aus der Sicht jedes einzelnen Fischers ist es dominante Strategie, die Fangmengen zu maximieren, und zwar aus folgendem Grund: Beschränken die anderen ihre Fangmengen, so wird die Art auch dann erhalten, wenn der einzelne die Freifahrerposition einnimmt und weiterhin seine Fangmenge maximiert; schränken die anderen ihre Fangmengen nicht ein, so kommt es in jedem Fall zur Überfischung, und damit ist es wiederum die beste Antwort, soviel Fisch zu fangen wie möglich. Im Ergebnis führt dieses individuell rationale Kalkül zu einem kollektiv nicht rationalen Resultat, und darin besteht das Dilemma. In der Folgezeit ist der Begriff des sozialen Dilemmas auch auf allgemeinere Fälle angewendet worden, und zwar insbes. auf n-Personen-Gefangenen-Dilemmata. Dabei handelt es sich um eine Verallgemeinerung des Gefangenen-Dilemmas, das ein Zwei-Personen-Spiel ist. Der n-Personen-Fall ist insbes. geeignet, die private Bereitstellung öffentlicher Güter abzubilden. Die typische Dilemma-Struktur ist auch hier gegeben: Individuell rationales Verhalten führt dazu, dass öffentliche Güter privat nicht angeboten werden, und zwar auch dann nicht, wenn ein solches Angebot PARETO-effizient wäre. Literatur: Weimann, J. (1995). Dawes, R.M. (1980). Harding, G. (1968)

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