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Wachstumsbedingungen

sollen das Auftreten und die Entfaltungsmöglichkeiten — dynamischer Unternehmer för- dern, die nach Joseph A. Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung Hauptträger des Wirtschaftswachstums sind. Für die Mobilisierung der Unternehmertätigkeit und eine möglichst effiziente Koordinierung der einzelnen Pläne sind funktionsfähige Märkte eine wesentliche Voraussetzung. Der sich frei am Markt bildende Preis führt den Ausgleich von Angebot und Nachfrage herbei, signalisiert Knappheit und sorgt für eine an den Verbraucherwünschen orientierte Güterproduktion. Zugangsbeschränkungen zum Markt, etwa in Gestalt von Konzessionen, Investitionsgenehmigungen oder staatlicher Devisenbewirtschaftung müssen deshalb beseitigt werden. In Entwicklungsländern lässt sich durch den Übergang von der Tauschwirtschaft zur Geldwirtschaft, durch die Einführung von Marktordnungen und durch die Schaffung von Messen und Börsen unter staatlicher Aufsicht die Produktion für den Markt fördern. Weiterhin muss eine Wettbewerbsordnung sicherstellen, dass die Wachstumsdynamik nicht durch Kartellbildung, Konzentration oder monopolistische Praktiken zum Erliegen kommt. Da Ausländer den Wettbewerbsbeschränkungen durch inländische Unternehmen in geringerem Masse ausgesetzt sind und sich auch schwerer in ein —Kartell einbinden lassen, wirkt eine Liberalisierung des Aussenhandels besonders wettbewerbsintensivierend. Durch stabilitätsorientierte Geld- und Finanzpolitik muss das Entstehen von Verkäufermärkten verhindert werden, auf denen ein Kampf der Unternehmen um den Marktanteil aufgrund der ungebremsten Nachfrage nicht mehr nötig ist und die Wettbewerbsintensität daher abnimmt. Zur Finanzierung der unternehmerischen Aktivitäten ist ein breit gestreutes Kreditwesen notwendig. Beschränkungen des Marktzutritts im Bankensektor oder Verstaatlichungen von Banken hemmen den Wettbewerb unter den Kreditinstituten, wodurch Stammkunden und risikolose Anlagen gegenüber dynamischen Neuerern begünstigt werden. In Entwicklungsländern trägt der Ausbau des Kreditwesens durch die staatliche Förderung von Kreditgenossenschaften und Sparkassen dazu bei, eine möglichst produktive Verwendung der heimischen Ersparnis sicherzustellen. In Industrieländern, in denen ein hoher Bedarf an Risikokapital zur Finanzierung technologischer Neuerungen besteht, kann durch eine entsprechende Steuergesetzgebung verhindert werden, dass Sparkapital bevorzugt in risikolose Anlagen fliesst. Staatliche Investitionen in die —Infrastruktur können die Wachstumsbedingungen verbessern, auch wenn sich empirisch kein eindeutiger Zusammenhang erkennen lässt. Eine Wachstumswirkung der Infrastrukturinvestitionen ist besonders dann zu erwarten, wenn sie die Grundlagen für private Unternehmertätigkeit schaffen, so etwa im Transportsektor durch den Bau von Strassen. Ein insgesamt hoher Anteil des Staates am Sozialprodukt, gemessen an der Staatsquote, und grössere Attraktivität der Tätigkeit im Staatsdienst im Vergleich zum privaten Unternehmertum hemmen dagegen das Auftreten dynamischer Kräfte am Markt und wirken sich somit lähmend auf den Wachstumsprozess aus. Bereits Walter Eucken hat darauf hingewiesen, dass Konstanz der Wirtschaftspolitik zu den wichtigen Rahmenbedingungen einer marktwirtschaftlichen Ordnung zählt, damit sich das unternehmerische Risiko nicht durch politische Risiken zusätzlich erhöht. Dies erfordert eine langfristig konstante Eigentums-und Währungsordnung sowie Konsequenz und Vorhersehbarkeit bei der Durchführung staatlicher Massnahmen, wenn diese wie z. B. im Bereich der Sozial- und Umweltpolitik erheblichen Einfluss auf die unternehmerischen Entscheidungen haben können.                        Literatur: Görgens, E., Wettbewerb und Wirtschaftswachstum, Freiburg i. Br. 1969.

bestehen u.a. in einer Wettbewerbsordnung, die gemäss Joseph A. SCHUMPETERs (1912) Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, der neueren Wettbewerbstheorie des Wachstums (Egon GÖRGENS, 1969; Manfred NEUMANN, 1968) und David C. McCLELLANDs (1961) Theorie der Leistungsgesellschaft dynamischen Unternehmern und Nachahmern freie Entfaltungsmöglichkeit bietet und Wettbewerbsbeschränkungen verhindert.
Wachstumsbedingungen Die Entfaltungsmöglichkeit der Unternehmer erfordert die Beseitigung von Zugangsbeschränkungen zum Markt, die in Konzessionen, Genehmigungspflicht für Investitionen und Kapitalaufnahme sowie Devisenbewirtschaftung bestehen kann. Zur Aufrechterhaltung intensiven Wettbewerbs sind das Verbot von Kartellen und monopolistischen Praktiken, die Kontrolle der Konzentration und eine liberale Einfuhrpolitik notwendig. Eine Politik der Währungsstabilität verhindert einen Nachfrageüberhang, der die Intensität des Wettbewerbs vermindert. Der Staat muss Gewinne zulassen, die auf Leistung beruhen, da sie das notwendige Gegengewicht für das Marktrisiko darstellen, das mit dem unternehmerischen Risiko bei Wettbewerb verbunden ist. Konstanz der Wirtschaftspolitik im Sinne einer gesicherten Wirtscharts-, Eigentums- und Währungsordnung sowie der beständigen Verfolgung einmal gesetzter wirtschaftspolitischer Ziele trägt dazu bei, dass das unternehmerische Risiko nicht durch politische Risiken erhöht wird. Ein breit gestreutes und vielfältiges Kreditwesen mit Wettbewerb unter den Kreditinstituten erleichtert das Auftreten dynamischer Unternehmer, da sie dann eher als bei Monopolisierung oder Verstaatlichung des Kreditwesens die Möglichkeit haben, eine Bank zu finden, die ihre Vorhaben finanziert. Eine gewisse Mindestausstattung der Volkswirtschaft mit Infrastruktur ist sicherlich eine notwendige Wachstumsbedingung, doch ist der Einfluss der Infrastruktur auf das Wirtschaftswachstum empirisch schwer feststellbar. Literatur: Görgens, E. (1969)

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