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Armut

Absolute Armut bezeichnet den Sachverhalt, dass jemand das kulturelle Existenzminimum unterschreitet, relative Armut hingegen nur den Sachverhalt, dass jemand in bestimmter Hinsicht über weniger Güter verfügt als andere Vergleichspersonen, wobei als Vergleichsmassstab meist gesellschaftliche Mittelwerte herangezogen werden. Relative Armut kann man nach Graden unterscheiden, je nach dem prozentualen Abstand zwischen dem Vergleichsmassstab und der individuellen Lage. Im soziologischen Jargon wird anstelle von relativer Armut häufig auch von "Unterprivilegierung" oder von "relativer Deprivation" gesprochen. Armut Armut kann speziell für bestimmte Bedarfs- bzw. Güterkategorien (z.B. Ernährung, Wohnung, Bildung usw.) festgestellt werden oder umfassend (multiple Deprivation), anhand eines Gesamtindexes für den Wohlstand ("Lebenslage"). Da viele der dabei in Betracht kommenden Güter in modernen Volkswirtschaften gegen Geld erworben werden können, liegt es nahe, individuelle Armut ziemlich umfassend anhand des Einkommens festzustellen, indem man für absolute Armut prüft, ob das Haushaltseinkommen unter dem Geldbetrag für das konventionelle Existenzminimum liegt, oder für einzelne Grade relativer Armut, ob es bestimmte Prozentwerte des Durchschnittseinkommens unterschreitet. Die besondere Bezeichnung "Einkommensarmut" für so ermittelte Armutstatbestände soll darauf hinweisen, dass damit nicht alle evtl. für beachtenswert zu haltende Vergleichsdimensionen erfasst werden - auch Personen mit hohem Einkommen können in mancher Hinsicht "arm" sein. In modernen Sozialstaaten besteht weitgehender Konsens, dass absolute Einkommensarmut durch soziale Sicherung vermieden werden soll. In der Bundesrepublik Deutschland soll sie insb. durch Sozialhilfe beseitigt werden. In welchem Ausmass durch Einkommensverteilungspolitik auch eine Verringerung von relativer Einkommensarmut angestrebt werden soll, ist hingegen strittig, zumal dabei schädliche Rückwirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Leistung in Betracht zu ziehen sind.        Literatur: Büschges, G./Wintergerst-Gaasch, L, Privater Haushalt und Neue Armut, Frankfurt a.M., New York 1988. Döring, DJHanesch, W./ Huster, E. U., Armut im Wohlstand, Frankfurt a.M. 1990.

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