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Beveridge-Kurve

stellt einen Zusammenhang zwischen der Zahl der gemeldeten Arbeitslosen und der Anzahl der gemeldeten offenen Stellen, jeweils bezogen auf die Zahl der Erwerbspersonen, her. Die inverse Beziehung zwischen den Vakanzen und der Arbeitslosenquote kann einerseits die Wahrscheinlichkeit verringern, dass eine offene Stelle mit steigender Zahl an arbeitslosen Bewerbern unbesetzt bleibt. Umgekehrt ist es für einen Arbeitslosen umso leichter, eine Stelle zu finden, je größer die Zahl der offenen Stellen ist. Unter Berücksichtigung der Probleme bei der Einstellung besitzt die Beveridge-Kurve einen erheblichen Aussagewert. Die Probleme liegen zum einen darin, dass nur ein Teil der tatsächlich freien Arbeitsplätze den Arbeitsämtern gemeldet wird. Der Einschaltungsgrad der Arbeitsämter liegt i. d. R. unter 50 % und ist zudem starken, teilweise konjunkturbedingten Schwankungen unterworfen. Zum anderen müssten auch die Arbeitslosenzahlen um die stille Reserve und um diejenigen, die in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik oder im arbeitsmarktbedingten Vorruhestand sind, korrigiert werden. Diese Korrekturen würden jedoch nur das Niveau der zugrunde liegenden Zahlen ändern, nicht jedoch den allgemeinen Trend. Demzufolge hat nach jedem Konjunkturzyklus eine Verschiebung der Beveridge-Kurve stattgefunden, d. h. bei gleicher Vakanzrate erhöhte sich die Arbeitslosenquote. Die Verschiebung kann vor allem durch einen steigenden Anteil der Langzeitarbeitslosig- keit an der Gesamtarbeitslosigkeit erklärt werden.

Funktionaler Zusammenhang zwischen der Zahl der offenen Stellen und der Zahl der Arbeitslosen bzw. ihrer Quoten.

Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass es immer Arbeitslose und offene Stellen zur gleichen Zeit gibt. Gesamtwirtschaftliche Arbeitslosigkeit existiert hingegen nur dann, wenn noch Arbeitslose vorhanden sind, obwohl alle offenen Stellen besetzt sind. Wäre also die Zahl der Arbeitslosen gleich der Zahl der offenen Stellen, so läge keine gesamtwirtschaftliche Arbeitslosigkeit vor, sondern Mismatch-Arbeitslosigkeit. Empirisch zeigt sich zwischen der Zahl der Arbeitslosen und der Zahl der offenen Stellen eine inverse Beziehung: Nimmt erstere zu, so verringert sich letztere und umgekehrt. Stellt man diesen Zusammenhang grafisch dar, so ergibt sich die nach William H. Beveridge benannte Kurve. Dabei verkörpert der Teil der Beveridge-Kurve, der rechts von der 45°-Linie verläuft, die gesamtwirtschaftliche Arbeitslosigkeit. Der links von der 45°-Linie verlaufende Teil zeigt die gesamtwirtschaftliche Überbeschäftigung an. Zunehmende (abnehmende) Mismatch-Arbeitslosigkeit liegt vor, wenn sich die Beveridge- Kurve nach rechts (links) verschiebt.

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