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Konjunkturzyklus

Zeitraum, in dem alle Konjunkturphasen durchlaufen werden. In den letzten Jahren ist eine für frühere Zeiten nachweisbare Periodizität ebenso wie eine Phasensymmetrie nicht mehr feststellbar.

Verlauf der Konjunktur zwischen zwei aufeinanderfolgenden Hochpunkten (peaks). Er ist charakterisiert durch die Zykluslänge, d. h. die Zeit zwischen zwei,peaks*, durch die Amplitude, d.h. den (absoluten oder relativen) Abstand zwischen Hoch- oder Tiefpunkt und dem Mittel- bzw. Trendwert der langfristigen Entwicklung sowie durch seine Symmetrieeigenschaften, d.h. die Differenz zwischen der nach oben oder unten gemessenen Amplitude sowie der Dauer des Auf- und Abschwunges. In linearen Konjunkturmodellen unterscheidet man Zyklen mit konstanter determinierter Dauer (Modelle mit Akzelerator, Multiplikator) sowie solche mit wahrscheinlicher, stochastischer Dauer (Modelle mit stochastischen exogenen Schocks). Nichtlineare Modelle zeigen aperiodische, sog. chaotische Zykluslängen. Die empirische Konjunkturbeobachtung zeigt, dass Schwankungen unterschiedlicher Länge, die insb. mit der Spektralanalyse gemessen werden, existieren. Nach Joseph A. Schumpeter werden insb. unterschieden •   der nach Joseph Kitchin benannte Kitchin- Zyklus bzw. Lagerhaltungszyklus mit einer Zykluslänge von 3-5 Jahren, •   der nach Clément Juglar benannte Juglar- Zyklus bzw. Investitionszyklus mit einer Länge von 7-11 Jahren, •   der nach Nikolai D. Kondratieff benannte Kondratieff-Zyklus bzw. die langen Wellen als Wachstumszyklus (insb. von Preis-Variablen) mit einer Länge von 45-60 Jahren. Die auslösenden Basisinnovationen sind u.a. Dampfkraft (1790-1813), Eisenbahn (1844-1874), Elektrizität (1855-1916) oder heute die Mikroelektronik und Gentechnologie. Den Juglar-Zyklus identifiziert Schumpeter mit dem klassischen Konjunkturzyklus. Er erklärt die Wachstumswellen damit, dass die Einführung und Ausbreitung von technischem Fortschritt nicht, wie in der Wachstumstheorie im allgemeinen angenommen, kontinuierlich, sondern in Schüben und Sprüngen vonstatten geht ( Innovationszy- klus). Die Unregelmässigkeit des wirklichen Wachstumsprozesses begründet Schumpeter mit der Überlagerung der Einflüsse von kurzen, mittleren und langen Wellen.        Literatur: Schumpeter, J. A., Konjunkturzyklen, 2 Bde., Göttingen 1961. Tichy, G. Konjunkturschwankungen, Berlin u.a. 1976.  

Aufeinanderfolge von Auf- und Abschwüngen der wirtschaftlichen Aktivität. In der strengsten Form der Hypothese einer zwangsläufigen Aufeinanderfolge ist der Abschwung eine notwendige Folge des Aufschwungs und umgekehrt. Diese inhärente Zyklik der marktwirtschaftlichen Entwicklung prägte die - Konjunkturtheorie in den 40er bis 60er Jahren dieses Jh. Vorher und z.T. auch nachher sah man Rezessionen bzw. Krisen eher als (stochastische) Schocks, welche die wirtschaftliche Entwicklung unterbrechen. Arthur SPIETHOFF vertrat eine vermittelnde Position, wonach zwar der Abschwung zwangsläufig aus der Übersteigerung des Aufschwungs resultiert, aus dem Abschwung jedoch nicht notwendigerweise ein neuer Aufschwung folgen müsse, wenn das bisher auch immer der Fall gewesen wäre. Das wohl typischste Produkt konjunkturzyklischen Denkens ist das SCHUMPETERsche Dreiwellen-schema, in dem drei zweieindritteljährige KITCHIN-Zyklen einen siebenjährigen - JUGLAR-Zyklus bilden und sieben JUGLAR-Zyklen einen neunundvierzigjährigen KONDRATIEFF-Zyklus. In der modernen Literatur wird der Konjunkturzyklus meist als Wachstumszyklus gesehen, als zyklische Aufeinanderfolge von Perioden raschen und langsamen Wachstums (Konjunktur), ohne dass diese »Maßstabsänderung« jedoch nennenswerte Folgen für die theoretische Erklärung gehabt hätte. Literatur: Spiethoff, A. (1955). Schumpeter, J.A. (1939)

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