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Kaufkraftparität

Die Kaufkraftparität bietet - ähnlich dem Wechselkurs zwischen Währungen - die Möglichkeit des intervalutarischen Vergleichs der verschiedenen Länder bzw. Wirtschaftsräume.

Das Theorem der Kaufkraftparität besagt, dass die Güter weltweit - an der Kaufkraft gemessen - zum selben Preis gehandelt werden. Das Kaufkraftparitätentheorem überträgt somit einen Grundzusammenhang der Wirtschaft von einer Binnenwirtschaft auf die Weltmärkte, nämlich:
Das Gesetz der Unterschiedslosigkeit der Preise besagt, dass Waren zum selben Zeitpunkt nicht an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Preisen gehandelt werden. Denn: Würde ein Kilo Mehl in Berlin (deutlich) mehr kosten als in München, enstünde sofort ein ausgleichender Handel zwischen diesen Städten, der gewinnbringend Mehl in München aufkauft und in Berlin verkauft (Arbitrage).
Das Theorem der Kaufkraftparität besagt also, dass ein Euro in jedem Land die gleiche Kaufkraft haben muss; ansonsten würde sofort internationale Arbitrage stattfinden, bei der die Preisunterschiede ausgeglichen werden.

Die Kaufkraftparität impliziert somit, dass der nominale Wechselkurs die Preisdifferenzen zwischen den Ländern abbildet.

Die engl. Bezeichnung der Kaufkraftparität lautet purchasing power parity.

Wertverhältnis zweier Währungen, das anhand der Preise von Gütern gleicher Menge und Qualität theoretisch errechnet werden kann. Die Kaufkraftparitäten sind zwar Wechselkurs, dieser hängt aber noch von vielen anderen Faktoren ab.

Verhältnis bzw. Gleichheit zwischen der Kaufkraft der Währungs- bzw. Geldeinheiten zweier Währungen. Bestimmt langfristig in ihren Veränderungen tendenziell Wechselkurse zwischen Währungen.

Maßzahl für das Verhältnis zwischen der Kaufkraft zweier Währungen. Kaufkraft im hier verwendeten Sinn ist die Fähigkeit des Geldes, Sachgüter und Dienste zu erwerben und entspricht dem Begriff Geldwert. Die Kaufkraftparität KPä des Inlands B gegenüber dem Ausland A gibt an, wieviel inländische Geldeinheiten im Inland die gleiche Kaufkraft besitzen wie eine ausländische Geldeinheit im Ausland. Kaufkraftparitäten ermöglichen den Vergleich von in unterschiedlichen Währungseinheiten ausgedrückten Größen und liefern oft bessere Ergebnisse als ein Vergleich über den Wechselkurs (z.B. bei der Gegenüberstellung des - Sozialproduktes zweier Länder). Eine Kaufkraftparität schlechthin gibt es nicht. Kaufkraftparitäten lassen sich für einzelne Güter (sog. Warenparität, Elementarparität), sinnvollerweise aber nur für bestimmte Warenkörbe ermitteln (durchschnittliche Kaufkraftparität). Die Zusammensetzung des Warenkorbes hängt von der jeweiligen Fragestellung ab, z.B. ist für den internationalen Realeinkommensvergleich einer bestimmten Arbeitnehmergruppe die durchschnittliche Kaufkraftparität für die von dieser Gruppe verbrauchten Güter zu errechnen (Verbrauchergeldparität). Durchschnittliche Kaufkraftparitäten für verschiedene westeuropäische Länder gegenüber den USA sind für den privaten Verbrauch, die Investitionen, den Staatsverbrauch und das Sozialprodukt errechnet worden. Berechnung einer Kaufkraftparität: Die in den Warenkorb aufgenommenen Mengen der Sachgüter und Dienste (Q) werden mit den Inlandspreisen (PB) bewertet; die Summe EPBQ ist der Inlandspreis des Warenkorbes. Durch Bewertung des gleichen Warenkorbes mit den Auslandspreisen (PA) ergibt sich sein Auslandspreis In AQ. Der Quotient liefert die durchschnittliche Kaufkraftparität für den betreffenden Warenkorb. Nach einer anderen Methode wird eine Kaufkraftparität als gewogener Durchschnitt aus Warenparitäten ermittelt. Das Hauptproblem bei der Berechnung von Kaufkraftparitäten ist die Auswahl der Gütermengen (als Gewichte für die Preise). Bei der Anwendung der Forniel für LASPEYRES\' Index (PAASCHEs Index) liegt das Mengensystem des Landes, dessen Preise im Nenner (Zähler) der obigen Formel erscheinen, der Kaufkraftparität zugrunde (Indextheorie). Die Kaufkraftparität nach der Formel von LASPEYRES ist i.d.R. höher als die nach der Formel von PAASCHE. Dies ist damit zu erklären, dass das Mengenschema für das Land im Nenner durch Güter bestimmt ist, die dort relativ billig, im anderen Land aber relativ teuer sind. Literatur: Gandolfo, G. (1987). Angermann,
0. , Stahmer, C. (1984). Westphal, H.M. (1980). Kravis, I.B. u.a. (1978)

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