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Kuppelprodukte

Kuppelprodukte (joint products, Koppelprodukte, Ko-Produkte, Spaltpro-
dukte, verbundene Produkte, Zwangsanfallsprodukte) entstehen zwangs-
läufig aus naturgesetzlich-technischen Gründen im Rahmen eines ge-
meinsamen Produktionsprozesses:
Wer Produkt A erstellt, erzeugt automatisch auch Produkt B, C, D usw.

Beispiel:
Die Stahlproduktion im Hochofen erbringt auch Gichtgas, Schlacke, Ab-
wärme; bei der Benzinerzeugung fallen auch Heizöl, Schweröl und Bitu-
men an; im Sägewerk entstehen nicht nur Balken, sondern auch Bretter,
Schwarten und Sägespäne. Der Milcherzeugung folgt das Angebot von
Rindfleisch, Talg und Rinderleder; dem Eierangebot das Suppenhuhn und
(separat) die Federn.

Problem:
(1) Die praxisübliche Unterteilung von Kuppelprodukten in Hauptprodukte,
Nebenprodukte und Abfälle ist oft unzweckmäßig, weil Abfälle leicht
zu Nebenprodukten und Nebenprodukte zu Hauptprodukten werden
können.

Der bei der Weinerzeugung anfallende Trester kann als organischer
Abfall deponiert, als Viehfutter genutzt (= Nebenprodukt) oder zur
Tresterschnapsherstellung verwendet werden. Sofern es sich dabei
um einen edlen Grappa handelt, ist dieser als Hauptprodukt anzuse-
hen:
Abfälle sind potentielle Neben- und Hauptprodukte.

(2) Bei der Kalkulation von Kuppelprodukten (Kuppelkalkulation) zeigt es
sich, daß eine verursachungsgerechte Kostenzurechnung auf die Kup-
pelprodukte unmöglich ist. Es spricht vieles dafür, das Paket der Ko-
Produkte insgesamt als Kalkulationsobjekt zu verwenden.

(3) Kuppelprodukte werden häufig als Ausnahmefall empfunden. In Wirk-
lichkeit stellen sie den Regelfall dar:
Fast immer, wenn ein bestimmtes Erzeugnis erstellt wird, fallen wei-
tere an.

entstehen, wenn bei der Verarbeitung eines Stoffes durch physikalische Gesetzmäßigkeiten zwangsläufig verschiedene Produkte anfallen. Diese Produktkuppelung im Produktionsergebnis ist nicht vermeidbar; auch kann das Verhältnis der anfallenden Kuppelprodukte nicht wesentlich verändert werden. Beispiele: Bei der Goldproduktion fällt auch Kupfer an; bei der Verarbeitung von Rohöl Schwer-, Mittel- und Leichtöl sowie Gas; bei der Zuckerproduktion Zucker und Melasse.

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