Empfehlungen
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  Home Top 10 Fachbereiche News Hilfe & FAQ
 

Mehrheitsentscheidung

 Abstimmungsverfahren, bei dem jedes Mitglied der Gesellschaft eine Stimme hat und diejenige Alternative verwirklicht wird, der eine Mehrheit zustimmt. Je nach den Anforderungen, die an die Qualität der erforderlichen Mehrheit gestellt werden, unterscheidet man zwischen einfacher und qualifizierter (z.B. zwei Drittel-)Mehrheit sowie dem Extremfall einer qualifizierten Mehrheitsregel, der Einstimmigkeitsregel. Die Einstimmigkeitsregel gewährleistet zwar den grösstmöglichen Minderheitenschutz, vermittelt aber in besonderem Masse Anreize, die Zustimmung aus taktischen Gründen zu verweigern, und erschwert damit noch die ohnehin nicht leichte Konsensfindung; sie ist also kaum praktikabel. Am häufigsten angewendet wird daher die einfache Mehrheitsentscheidung, wonach jene Alternative zur Durchführung gelangt, die mehr als die Hälfte aller Stimmen auf sich vereinigt (absolute Mehrheit) oder, sofern Enthaltungen zugelassen sind oder mehr als zwei Alternativen zur Wahl stehen, die meisten Stimmen erhält (relative Mehrheit). In der Neuen Politischen Ökonomik hat man auch versucht, optimale Mehrheiten auf der Basis individueller Kosten-Nutzen-Kal- küle zu bestimmen, kommt dabei allerdings zu unterschiedlichen Aussagen. So kann je nachdem, wie das aus strategischem Verhalten bestimmter Individuen resultierende Risiko für den einzelnen berücksichtigt wird, die einfache Mehrheitsregel oder irgendein anderer Mehrheitsgrad optimal sein. Die Abstimmung nach der einfachen Mehrheit hat den Vorteil, für den Wähler unmittelbar "einsichtig" zu sein; sie weist jedoch auch erhebliche Nachteile auf: So werden Intensitätsunterschiede der Präferenzen bezüglich der Alternativen nicht berücksichtigt, ist strategisches Verhalten möglich, können Inkonsistenzen (Arrow-Paradoxon) nicht ausgeschlossen werden, sind die Ergebnisse i.d.R. nicht Pareto-optimal. Um diesen Schwächen der Mehrheitsregel zumindest teilweise zu entgehen, sind von der Wissenschaft schon frühzeitig Abstimmungsverfahren entwickelt worden, welche die Äusserung von Präferenzintensitäten ermöglichen (Rangsummen- und Punktwahlverfahren).         Literatur: Frey, B. S., Theorie demokratischer Wirtschaftspolitik, München 1981, S. 129 ff.

Vorhergehender Fachbegriff: Mehrheitsbeteiligung | Nächster Fachbegriff: mehrjährige Finanzplanung



  Diesen Artikel der Redaktion als fehlerhaft melden & zur Bearbeitung vormerken

   
 
 

   Weitere Begriffe : Hit | PR (Public Relations) | Verwaltungsorganisation

   Praxisnahe Definitionen

Nutzen Sie die jeweilige Begriffserklärung bei Ihrer täglichen Arbeit. Jede Definition ist wesentlich umfangreicher angelegt als in einem gewöhnlichen Glossar.

  Marketing

  Definition

  Konditionenpolitik

   Fachbegriffe der Volkswirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre stellt einen Grossteil der Fachtermini vor, die Sie in diesem Lexikon finden werden. Viele Begriffe aus der Finanzwelt stehen im Schnittbereich von Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

  Investitionsrechnungen

  Marktversagen

  Umsatzsteuer

   Beliebte Artikel

Bestimmte Erklärungen und Begriffsdefinitionen erfreuen sich bei unseren Lesern ganz besonderer Beliebtheit. Diese werden mehrmals pro Jahr aktualisiert.

  Cash Flow

  Bausparen

  Fremdwährungskonto


     © 2017 Wirtschaftslexikon24.com       All rights reserved.      Home  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum  |  Rechtliche Hinweise
Aktuelles Wirtschaftslexikon