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Morgenstern-Paradoxon

Morgenstern kritisiert die Prämisse einer vollkommenen Voraussicht der Marktpartner. Nach Morgenstern läßt sich bei rationalem Verhalten der Marktpartner diese Prämisse nicht halten. Der einzelne Marktpartner steht vor einem unendlichen Prozeß, einer "Entscheidungsparalyse", wenn er versucht, das Verhalten der anderen Marktpartner vorwegzunehmen und zum Gegenstand seiner eigenen rationalen Entscheidung zu machen. Morgenstern zeigt an einem Beispiel mit nur zwei Marktpartnern, daß hier bereits ein unauflösbares Paradoxon vorliegt.

Bezeichnung für einen Gedankengang, mit dem Oskar Morgenstern nachweist, dass unter bestimmten Konstellationen vollkommene Voraussicht und wirtschaftliches Gleichgewicht nicht miteinander vereinbar sind. Ein Hauptmerkmal wirtschaftlichen Verhaltens ist die Geheimhaltung, die besonders bei unvollständigem Wettbewerb (Marktformen) deutlich wird, da der entgegengesetzte Marktteilnehmer bei einer Transaktion einen Vorteil erzielte, falls er erführe, was man selbst plant und umgekehrt. Macht man nun für beide Marktseiten von der Annahme der vollkommenen Voraussicht Gebrauch, die sich auch auf das Verhalten der jeweiligen Marktgegenseite und auf den Einfluss des eigenen künftigen Verhaltens auf das Verhalten der jeweiligen Marktgegenseite erstreckt, so erhält man eine unendliche Kette von wechselseitig vermuteten Reaktionen und Gegenreaktionen, so dass es nicht zu ökonomischen Aktivitäten der Marktteilnehmer kommt. Diese Kette kann daher niemals durch einen Akt der Erkenntnis, sondern immer nur durch einen Willkürakt abgebrochen werden. Da dieser Entschluss aber ebenfalls von den Individuen vorhergesehen wurde und daher nicht zustande kommt, ist bewiesen, dass das Paradoxon bestehen bleibt. Als anschauliches Beispiel für seine Überlegungen verwendet Morgenstern die Verfolgung von Sherlock Holmes durch seinen Gegner Moriarty. Literatur: Morgenstern, O., Vollkommene Voraussicht und wirtschaftliches Gleichgewicht, in: Zeitschrift für Nationalökonomie, Bd. 6 (1935), S. 337ff.

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