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Pfennig

Der Pfennig ist heute als Teilungsmünze der Mark bekannt, also als Kleingeld. Das war nicht immer so. Der römische Denar (Geldgeschichteund Geldgeschichte II) gilt allgemein als der Urvater des deutschen Pfennigs, der ursprünglich eine Silbermünze war. Die Etymologie, also die sprachliche Herkunft des Wortes Pfennig ist unklar. Im Niederländischen bezeichnet »penning« noch heute die Münze allgemein, eingeschlossen auch die Gedenkmünze.

Der Pfennig entstand und verbreitete sich in der Karolingerzeit. Mit dem Edikt von Verona (755), das die Münzreform Karls des Großen einläutete, wurde der Denar oder Pfennig zur Hauptmünze. Das Edikt von Verona bestimmte, daß 20 Schillinge auf ein Gewichtspfund Silber (Pfund = libra) gehen sollen, während der Schilling wiederum das Äquivalent für 12 Pfennige (Denare) darstellt: 240 Pfennige bilden also ein Pfund. Auf der Frankfurter Synode im Jahre 794 werden die Pfennige zum gesetzlichen Zahlungsmittel im ganzen karolingischen Reich erklärt. Doch bereits nach dem Tode Karls des Großen, geginnt der rasante Verfall des Pfennigs. Gründe dafür sind die Zersplitterung der Reiches und die Münzverschlechterung, eine ständige Begleiterin der Münzgeschichte überhaupt. Gewicht und Feinheit nehmen ab.

Einen zeitweisen Aufschwung nimmt das Münzwesen unter Friedrich Barbarossa. Es beginnt die Zeit der Hohlpfennige, die es nur in Deutschland gibt. Die Pfennige jener Zeit waren so breit und dünn geworden, daß man sie in späteren Zeiten nach dem spätlateinischen Wort »bractea« für Dünnblech Brakteaten taufte, so daß diese Zeit auch als Brakteatenzeit in die Münzgeschichte einging.

Territorialfürsten prägen wertlose Münzen, was das Zeug hält, Münzen, die ein paar Kilometer weiter im nächsten Fürstentum schon nicht mehr gelten, und damit nicht genug, nutzen sie ihre Münzhoheit auch für die sogenannten periodischen Verrufungen aus. Zwei-, dreimal im Jahr werden die alten Pfennige zurückgerufen, eingeschmolzen und durch neue, noch wertlosere ersetzt. Beim Umtausch erhielt man für die Lieferung von vier Pfennigen alter Prägung in der Regel nur drei Pfennige neuer Prägung zurück, eine Art Steuer auf das Geldvermögen in Höhe von 25 Prozent. Kein Wunder also, daß man sich vor allem in den ökonomisch erstarkenden Städten einen ewigen Pfennig wünschte, einen Pfennig mit unbegrenzter Gültigkeitsdauer. Der wichtigste aus der Gilde der ewigen Pfennige wurde der Heller. Er wurde um 1200 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt als Pfennig der königlichen Münzstätte Hall in Schwaben seinen Namen, den er bis ins 19. Jahrhundert behielt, das er allerdings nicht mehr als Silbermünze, sondern als bedeutungslose Kupfermünze erreichte. Im Jahre 1871 endet seine Geschichte.

Die Entwicklung der Städte und des Fernhandels sowie das Erschließen neuer Silbervorkommen führten jedoch zu einer Abkehr vom Pfennig und zur Einführung neuer Münzen. Neue Silbermünzen treten neben den Pfennig und verdrängen ihn von seinem Podest. Da ist der Groschen, eine Silbermünze französischer Abkunft. Im Jahre 1266 unter Ludwig IX. wurde in Frankreich der »gros denier« (dicker Pfennig) eingeführt. Sein Durchmesser und sein Gewicht erlaubten, ihn als dick zu bezeichnen, und aus dem lateinischen Wort für dick (»grossus«) entstand das deutsche Wort Groschen.

Als Geldmünzen im heutigen Sinne wurden Mark und Pfennig erst 1871 eingeführt. Am 21. März 1871 konstituierte sich in Berlin der Deutsche Reichstag. Bereits am 4. Dezember 1871 erläßt er das erste Münzgesetz des Deutschen Reiches. Der Reichstag führt als reichseinheitliche Währung die Mark (Reichsmark) zu 100 Pfennig ein.

seit der Karolingerzeit beherrschende Silbermünze in Deutschland. Karl der Grosse teilt 327,45 g Silber in 20 Solidi (= Schilling) und 240 Pfennig, die allein ausgeprägt werden (1,7 g). Münzverschlechterungen ("Verrufung") und regionale Sonderprägungen lassen die Kaufleute schon im 11. Jh. den "ewigen Pfennig" fordern, doch vermindert sich der Silbergehalt bis zum 14. Jh. auf 0,5 g. Mit dem Aufkommen von Kupferpfennigen im 16. Jh. sinkt er zur Scheidemünze herab.

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