Empfehlungen
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  Home Top 10 Fachbereiche News Hilfe & FAQ
 

preisorientierte Qualitätsbeurteilung

Basiert die subjektive Qualitätseinstufung eines Produktes seitens der Nachfrager ganz oder teilweise auf der relativen Preishöhe des Produktes, so spricht man von preisorientierter Qualitätsbeurteilung oder vom Preis als Qualitätsindikator. Ein solches Preisbeurteilungsverhalten (Preisbewusstsein) dient der Reduktion des —subjektiven Kaufrisikos und ist streng vom sog. —Veblen-Effekt zu unterscheiden. Es wurde empirisch häufig nachgewiesen und führt zu einer glockenförmigen Buy-Response-Funktion. Preispolitisch relevant ist die preisorientierte Qualitätsbeurteilung vor allem bei der Einführung neuer Produkte (Preisstrategie) und bei einer —Preisdurchsetzung, bei der es, z. B. im Wege der Preiswerbung, um die Begründung relativ hoher bzw. die Rechtfertigung niedriger Preise geht.                 

Basiert die subjektive Qualitätseinstufung ei­nes Produktes ganz oder teilweise auf der re­lativen Preishöhe des Produktes, so spricht man von preisorientierter Qualitätsbeurtei­lung oder vom Preis als Qualitätsindikator. Ein solches Urteilsverhalten (Preisbeur­teilung) dient insb. der Reduktion des sub­jektiv empfundenen Kaufrisikos. Der Käufer zahlt dafür sozusagen die Prämie ei­nes höheren Preises in der Erwartung höhe­rer Qualität. Hintergrund der Indikatorrolle des Preises ist die in der Bevölkerung weit verbreitete Vorstellung, dass die Herstellkosten die ein­zige oder zumindest eine wesentliche Deter­minante für den Preis darstellen. Höhere Kosten lassen dann bessere Materialien und/oder Verarbeitung erwarten. Empirische Analysen der objektiven Preis­Qualitätsrelation zeigen freilich, dass der Zu­sammenhang nicht durchgängig positiv aus­fällt und je nach Proauktgattung stark schwankt. Ein höherer Preis ist also objektiv betrachtet kein generell geeigneter Indikator für bessere Qualität. Der Verbraucher kann sich nach empirischen Untersuchungen nur bei etwa einem Viertel aller getesteten Pro­duktarten auf den Preis verlassen. Bei eben­falls etwa einem Sechstel wird er mit einiger Wahrscheinlichkeit sogar ein qualitativ schlechteres Produkt erhalten, wenn er aus dem Produktangebot ein relativ teueres Mo­dell wählt. Wenn Verbraucher trotzdem die Qualität nach dem Preis beurteilen, ist dies nur da­durch zu erklären, dass keine besseren Indi­katoren der Qualität zur Verfügung stehen. Besser heißt in diesem Fall auch bequemer und zeitsparender. Erfahrungsgemäß treten beim Ausmaß preisorientierter Qualitätsbeurteilung per­sonelle und produktspezifische Unterschie­de auf, die von motivationalen, kognitiven und situativen Faktoren bedingt werden. Die Abbildung zeigt die in einer Vielzahl empiri­scher Untersuchungen deutlich gewordenen Einflußfaktoren zusammenfassend auf. Bei preisorientierter Qualitätsbeurteilung empfiehlt es sich, in der Werbung für niedrig- preisige Produkte Qualitätsbeweise vorzule­gen und das Qualitätsvertrauen in das Pro­dukt zu stärken bzw. die Gründe für die besonders günstigen Preise (z.B. Ausver­kauf, Produktionskostenvorteile etc.) anzu­geben. Eine Möglichkeit dazu bieten die vergleichenden Testurteile der Stiftung Warentest (Testwerbung). Umgekehrt können höhere Preise durch Verweis auf (vermeintliche oder echte) Qualitätsvor- sprünge gerechtfertigt werden bzw. Quali­tätszweifel an niedrigpreisigen Produkten gestärkt werden.    

Literatur:  Diller, H., Der Preis als Qualitätsindi­kator, in: DBW, 37.Jg.(1977), Heft 2, S.219-234. Diller, H., Die Preis-Qalitäts-Relationen von Konsumgütern im 10-Jahresvergleich, in: DBW, 48 .Jg.(1988), Heft 2, S. 195-200.

Vorhergehender Fachbegriff: Preisoptik | Nächster Fachbegriff: Preisorientierter Kauf



  Diesen Artikel der Redaktion als fehlerhaft melden & zur Bearbeitung vormerken

   
 
 

   Weitere Begriffe : Kontrollmitteilung | Eiserne Kosten | Alternativproduktion

   Praxisnahe Definitionen

Nutzen Sie die jeweilige Begriffserklärung bei Ihrer täglichen Arbeit. Jede Definition ist wesentlich umfangreicher angelegt als in einem gewöhnlichen Glossar.

  Marketing

  Definition

  Konditionenpolitik

   Fachbegriffe der Volkswirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre stellt einen Grossteil der Fachtermini vor, die Sie in diesem Lexikon finden werden. Viele Begriffe aus der Finanzwelt stehen im Schnittbereich von Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

  Investitionsrechnungen

  Marktversagen

  Umsatzsteuer

   Beliebte Artikel

Bestimmte Erklärungen und Begriffsdefinitionen erfreuen sich bei unseren Lesern ganz besonderer Beliebtheit. Diese werden mehrmals pro Jahr aktualisiert.

  Cash Flow

  Bausparen

  Fremdwährungskonto


     © 2015 Wirtschaftslexikon24.com       All rights reserved.      Home  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum  |  Rechtliche Hinweise
Aktuelles Wirtschaftslexikon