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Situativer Ansatz

Ansatz der Betriebswirtschaftslehre, der die These, dass es optimale, d.h. zielorientierte Organisation , Planung , Führungsstil , etc. gibt, aufgibt und stattdessen bei jeder dieser überlegungen die Situation ( Umwelt ) in der betreffenden Entscheidung miteinbezieht. Während also bisher überlegt wurde, ob z.B. die funktionale oder die divisionale Organisationsform nach Abwägung aller systemimmanenten Vor- und Nachteile als die bessere anzusehen ist, wird mit dem neuen Ansatz versucht, so genannte Wenn-dann-Aussagen unter Einbezug der jeweiligen Situation zu treffen. Diese Aussagen könnten z.B. lauten: Wenn die Situation x (als Funktion von Größe, Alter, Technologie, Leistungsprogramm, Qualität der Mitarbeiter, Lieferanten-, Kundenbeziehungen, etc.) vorliegt, sollte die Organisation y (als Funktion des Spezialisierungs-, Zentralisierungs-, Formalisierungsgrades, Ebenenzahl, etc.) gewählt werden. Derart multivariable Aussagesysteme sind komplex und schwierig zu erforschen. Insbesondere in der Organisationstheorie werden aktuell derartige Untersuchungen angestellt, obgleich der Ansatz in allen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre Eingang findet ( Mintzberg-Konfiguration , Sieben-S-Modell (7-S-Modell) ). Die Entwicklung des situativen Ansatzes wird nach „Kieser/Kubicek“ in drei Abbildungen (176, 177, 178) dargestellt. Während bei der analytischen Variante zunächst einfache, meist singuläre Aussagen aufgrund von Beobachtungen einzelner Organisationen getroffen wurden, ohne die Wirkungen der Situation näher zu untersuchen, soll bei der verhaltensorientierten Variante das Verhalten der Mitarbeiter als Reaktion auf die Situation und die Organisationsgestaltung miteinbezogen werden. Das Verhalten von Mitarbeitern bei der Reorganisation von Unternehmen kann entscheidenden Einfluss auf die Effizienz der Organisation haben. Als dritte Variante wurde das aktuell bedeutsame handlungsorientierte Modell dargestellt, welches ausgehend von einer zielorientierten Gestaltung (Verhalten) die „prophylaktische“ Organisationsstruktur noch situativ relativiert, bevor deren Wirkungen prognostiziert werden (Wird), um sie mit den Zielen (Soll) zu vergleichen. Sofern sich Ziele und Prognosen decken, kann ein FIT festgestellt werden, d.h. eine optimale Abstimmung von Organisation und Situation vermutet werden.

(Organisationstheorie). Der situative oder auch kontingenztheoretische Ansatz zielt darauf ab, durch vergleichende empirische Organisationsforschung Unterschiede zwischen den Organisationsstrukturen verschiedener Unternehmen zu erkennen und diese durch Unterschiede in deren Kontext (Situation) zu erklären. Diesen Ansatz der   Organisationstheorie interessiert also, ob bestimmte Situationsmerkma­le und bestimmte Strukturmerkmale regelmässig zusammen auftreten. Weiter gehend wird aus solchen Befunden dann gefolgert, dass bestimmte Strukturen zu bestimmten Situationen „passen” und dass die­ser „Fit” die Effizienz der Unternehmung sicherstellt. Siehe auch   Organisationstheorien (mit Literaturangaben).

Literatur: Bea, F. X., Göbel, E.: Organisation, 2. Auflage, Stuttgart 2002, S. 83-99; dieselben: Or­ganisation, 3. Auflage, Stuttgart 2006; Schreyögg, G.: Umwelt, Technologie und Organisationsstruktur, Eine Analyse des kontingenztheoretischen Ansatzes, Bern, Stuttgart 1978; Scott, R. W.: Institutions and Organizations, 2. Auflage, Thousand Oaks 2001.

Marketing-Theorie

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