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Aggregationsproblem

Die Ableitung des individuellen Arbeitsangebots in der Arbeitsangebotstheorie bezieht sich auf ein einzelnes Individuum oder einen Haushalt. Entsprechendes gilt für die Arbeitsnachfragetheorie. Die Aggregation von mikroökonomischen zu meso- (z.B. Branchenebene) oder makroökonomischen Größen bringt jedoch gewisse Schwierigkeiten mit sich, da dann nicht länger von Kreislaufwirkungen abgesehen werden kann. Bei der Ableitung des individuellen Arbeitsangebots wird unterstellt, dass der Reallohnsatz (l/p) vorgegeben ist. Reaktionen des einzelnen Haushalts, die möglicherweise auf den Reallohn zurückwirken, werden aus Vereinfachungsgründen nicht berücksichtigt. Dies ist gerechtfertigt, weil der Anteil eines einzelnen Haushalts am gesamten Arbeitsangebot der Haushalte extrem gering ist. Beim makroökonomischen Arbeitsangebot ist diese Vorraussetzung allerdings nicht mehr erfüllt. Gerade der Umstand, dass alle Haushalte auf Lohnvariationen reagieren, übt Einfluss auf die Lohnhöhe aus. Generell lässt sich im Reallohn/Beschäftigungszeit (B)-Diagramm ableiten, dass bei normaler Reaktion (bei steigendem Reallohn steigendes Arbeitsangebot) die gesamtwirtschaftlichen Reaktionskurven, die diese Kreislaufeffekte mitberücksichtigen, steiler verlaufen als der Durchschnitt der einzelwirtschaftlichen Funktionen. Analog lässt sich eine steilere aggregierte Arbeitsnachfrage ableiten, als sie bei einfacher Aggregation der individuellen Arbeitsnachfragekurven der Unternehmen unter der Annahme konstanter Güterpreise entsteht. Denn bei ceteris paribus sinkendem Lohnsatz — etwa in einer bestimmten Branche — werden alle Unternehmen den Arbeitseinsatz erhöhen, was auf den Gütermärkten einen sinkenden Produktpreis wegen des steigenden Angebots an Gütern dieser Branche zur Folge hat. Dies wirkt sich wiederum auf den Reallohn und damit auch auf die Arbeitsnachfrage aus. Die makroökonomische Gesamtnachfragekurve nach Arbeit ergibt sich daher aus der horizontalen Addition dieser um den Güterpreiseffekt korrigierten Arbeitsnachfragekurven der Branchen.


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