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Aggregation

Bildung von Gesamtgrössen aus Einzelgrössen mit dem Ziel, über die Verdichtung von Detailinformationen zu einfachen und überschaubaren Aussagen über (zumeist gesamtwirtschaftliche) Zusammenhänge zu gelangen. Zwei Arten von Aggregationsproblemen lassen sich unterscheiden: (1)  Ex-post-Aggregation: Sie hat die Bildung von makroökonomischen Messzahlen (Aggregaten) durch Zusammenfassung individueller (mikroökonomischer) Daten zum Gegenstand, wie z.B. die tatsächlich geleistete Gesamtarbeitszeit einer Volkswirtschaft oder die Anlageinvestitionen eines Jahres. Der Berechnung der Gesamtarbeitszeit liegen weitgehend gleichartige (homogene) Einzeldaten zugrunde. Sie ergibt sich durch Aufsummierung der individuell geleisteten Arbeitszeiten. Die Anlageinvestitionen umfassen dagegen recht verschiedenartige (heterogene) Güter wie Bauten und Ausrüstungen (Maschinen aller Art). Um sie aggregierbar zu machen, ist es notwendig, sie zunächst auf einen gemeinsamen Massstab zu beziehen, z. B. den Anschaffungswert in Deutscher Mark. Erst dann werden die Einzelwerte zu einer monetären Aggregatgrösse addiert. Beim Vergleich von heterogenen, monetären Aggregaten für verschiedene Zeiträume ist man bestrebt, die "Preisentwicklung" von der "Mengenentwicklung" durch Bildung von Preis- und Mengenindizes zu trennen. Bei der Aggregation von Aktivitätskonten in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung werden •   sämtliche Transaktionen, die die Wirtschaftssubjekte eines Sektors in Verfolgung einer bestimmten ökonomischen Aktivität mit Wirtschaftssubjekten anderer Sektoren vornehmen, addiert, •   alle gleichartigen Transaktionen in Zusammenhang mit einer bestimmten Aktivität zwischen den Wirtschaftssubjekten innerhalb eines Sektors gegeneinander aufgerechnet; diese fallen somit durch Konsolidierung weg. (2)  Ex-ante-Aggregation: Sie fragt nach den Bedingungen, unter denen Mikrorelationen, wie z.B. einzelwirtschaftliche Konsum- oder Produktionsfunktionen, zu Makrorelationen (z.B. zu einer makroökonomischen Konsumfunktion, die dann einen Zusammenhang zwischen den Konsumausgaben einer Volkswirtschaft und z. B. dem verfügbaren Einkommen herstellt) zusammengefasst werden können. Dabei können sich Makrorelationen qualitativ von den zugrunde liegenden Mikrorelationen unterscheiden, da sich bestimmte Aggre- gationseffekte ergeben: •   Unstetigkeiten (insb. infolge von Unteilbarkeit) bei Mikrorelationen können in Makrorelationen ihren Einfluss verlieren (Glättungseffekt). •   Bestimmte, in Mikrorelationen relevante Variablen müssen in Makrorelationen nicht mehr als relevant auftreten (Eliminationseffekt); andere, mikroökonomisch irrelevante Variablen können in makroökonomischen Relationen dagegen Bedeutung erlangen, wie z.B. die Einkommensverteilung für das Konsum verhalten (Systemeffekt). Allgemein gilt, dass bei jeder Aggregation Detailinformationen verloren gehen. Werden viele verschiedenartige Einzelgrössen zu einer Gesamtgrösse zusammengefasst, geht u.U. zuviel Information verloren und die Aussagekraft der Aggregate ist zu gering. Ist dagegen der Aggregationsgrad niedrig, läuft man Gefahr, in einer Vielzahl wenig überschaubarer Details steckenzubleiben, die den Blick für die Gesamtzusammenhänge verstellen. Es kann jeweils nur vor dem Hintergrund einer bestimmten Fragestellung entschieden werden, welcher Aggregationsgrad am zweckmässigsten ist.        Literatur: Haslinger, F., Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 4. Aufl., München, Wien 1986, S. 26ff. Pokropp,F., Aggregation, in: HdWW, Bd. 1, Stuttgart 1977, S. 61 ff. Schlicht, E., Grundlagen der ökonomischen Analyse, Reinbek 1977.

(auch: Konsolidierung, Verdichtung) ist — im Zusammenhang mit der Verwaltung grosser Datenmengen in einem   Data Warehouse — das Zusammenfassen einer Reihe von   Fakten zu einem einzelnen Fakt. Dabei lassen sich z.B. aus einer Menge von Zahlen der Mittelwert, das Minimum bzw. Maximum oder die Summe bestimmen. Das Ergebnis wird dann stellvertretend für die Quelldaten verwendet. Die Aggregation ist eine Operation im Rahmen des On-Line Analytical Processing (OLAP). Sie bildet den gesamten  Hypercube auf einen kleineren Hypercube ab. Die Aggregation findet entlang von sog. Klassifikationspfaden statt und verändert somit die Klassifikationsstufen (auch: Konsolidierungsebenen) der einzelnen Dimensionen. Siehe auch   Roll up.

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