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Arbeitsangebot

im weiten Sinn das Volumen aller Arbeitsleistungen unterschiedlicher Qualität, die in einer Periode zur Verfügung gestellt werden (Arbeit, Arbeitsmarkt). Bei der quantitativen Ermittlung des Arbeitsangebots müssen unterschiedliche Abgrenzungen berücksichtigt werden; in einer Durchschnittsrechnung resultiert es als Produkt aus Erwerbsper- sonenzahl und Arbeitszeit: Die Anzahl der Erwerbspersonen lässt sich aus der Wohnbevölkerung und der Erwerbsbeteiligung nach Alter, Geschlecht und Familienstand (Erwerbsquoten) ermitteln. Wandlungen in der Zusammensetzung der Bevölkerung, die sowohl durch die natürliche Bevölkerungsentwicklung (Geburten und Todesfälle) als auch durch internationale Wanderungen (Gastarbeiter) bedingt sind, führen damit zu spezifischen Entwicklungen der Erwerbspersonen insgesamt. Änderungen der Arbeitszeit bei den jeweiligen Gruppen von Arbeitskräften bestimmen im weiteren die Entwicklung des Arbeitsangebots in der hier vorliegenden Abgrenzung. Die Arbeitsmarktlage entscheidet nunmehr, ob ein grösserer oder kleinerer Teil davon ungenutzt bleibt (Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit). Nicht nur die tatsächliche Nutzung des Arbeitsangebots, sondern auch dessen Volumen selbst ist zyklischen Schwankungen unterworfen. So stehen dem Arbeitsmarkt in Hochkonjunkturphasen zusätzlich Arbeitskräfte zur Verfügung, die in der amtlich ausgewiesenen Anzahl der Erwerbspersonen (Erwerbstätige und registrierte Arbeitslose) nicht enthalten sind und bei entsprechenden Anreizen (Lohnsteigerung, Erwerbsaussichten) aktiviert werden können (stille Reserve, Arbeitsmarktreserve). Für die Entscheidung von Individuen bzw. Haushalten über ihr Arbeitsangebot sind neben unmittelbaren Existenzerfordernissen und arbeitsethischen Haltungen vor allem die Präferenzen gegenüber der Einkommenserzielung einerseits, der Freizeit andererseits massgebend. Insoweit handelt es sich um ein Problem der Wahlhandlungstheorie; mittels dieses Instrumentariums lässt sich das Arbeitsangebot in seiner Abhängigkeit vom Lohnsatz analysieren. Da jedoch individuelle Entscheidungen stets auch von institutioneilen Regelungen beeinflusst bzw. eingeschränkt werden, spielen tarifvertragliche Arbeitszeitverkürzungen eine zentrale Rolle für die Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsangebots.                 Literatur: Jüttner, Arbeitspotential, Arbeitsmarktreserven und Vollbeschäftigung, in: Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, Bd. 128 (1972), S. 22 ff. Mertens, D., Der Arbeitsmarkt als System von Angebot und Nachfrage, in: MittAB, 6. Jg. (1973), S. 229ff.

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