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Devisenspekulation

zielbewusster Aufbau von Forderungen oder Verbindlichkeiten in fremder Währung in der Erwartung, aus später eintretenden Kursänderungen einen Gewinn zu erzielen; das Wechselkursrisiko wird also nicht durch Kurssicherung bzw. Glattstellung beseitigt. Zwei Formen der Devisenspekulation können unterschieden werden: (1)  das Eingehen von sog. offenen Positionen, d.    h. die Aufrechterhaltung einer Differenz zwischen Forderungen und Verbindlichkeiten in einer Fremdwährung. Man spricht von Pluspositionen bzw. Minuspositionen, wenn die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten überwiegen. (2)  das Vorliegen von Fristeninkongruenzen, die dann eintreten, wenn zwar die Summe aller Forderungen und Verbindlichkeiten über den gesamten Zeithorizont ausgeglichen ist, aber Fälligkeitsdivergenzen bestehen. In der Bundesrepublik limitierte das Bun- desaufsichtsamt für das Kreditwesen im Jahre 1974 (nach dem Zusammenbruch der Herstatt-Bank aufgrund spekulativer Devisengeschäfte) durch Erlass die Möglichkeiten der Devisenspekulation der Kreditinstitute. Nach der im Jahre 1989 erfolgten Erweiterung des Grundsatzes Ia in Verbindung mit § 10 KWG müssen nun Preisrisiken aus offenen Devisen-, financial futures-, Devisenoptions- und Edelmetallpositionen mit ausreichendem Eigenkapital unterlegt werden: Positionen mit Wechselkursrisiken dürfen am Ende des Börsentages nicht mehr als 30%, Positionen mit Zinsänderungs- und Aktienkursrisiken nicht mehr als 10% des haftenden Eigenkapitals ausmachen. Vom wirtschaftstheoretischen Standpunkt aus ist die Frage, ob Devisenspekulation an den Devisenmärkten stabilisierend oder destabilisierend wirkt, heftig diskutiert worden. Milton Friedman entfachte die Diskussion mit der These, dass gewinnbringende Spekulation stabilisierende Effekte auf den Wechselkurs haben müsse, da Käufe der Fremdwährung zu Kursen unter dem langfristigen Gleichgewichtskurs und anschliessende Verkäufe in Situationen, in denen der Gleichgewichtskurs überschritten wird, die Kursamplituden dämpfen würden. Langfristig, so Friedman, würden Spekulanten, die an Devisenmärkten Verluste erwirtschaften, aus dem Markt ausscheiden und damit den erfolgreichen und stabilisierend wirkenden Spekulanten den Markt überlassen. Von verschiedenen Autoren wurde dieser These entgegengehalten, dass modelltheoretisch auch Konstellationen möglich sind, in denen destabilisierende Spekulation profitabel sei. Umstritten ist ferner, ob die bei flexiblen Wechselkursen zu beobachtenden heftigeren Wechselkursschwankungen Resultat zunehmender (destabilisierender) Devisenspekulation sind. Einige Autoren vertreten die Ansicht, dass die heftigeren Kursausschläge eher auf eine mangelnde Bereitschaft zum Spekulationsengagement zurückzuführen seien, weil die Vorstellungen über den längerfristigen Gleichgewichtskurs oder seinen Trend unzureichend gefestigt seien.                                                                  Literatur: Lipfert, H., Devisenhandel, Frankfurt a. M. 1981. McKinnon, R. I., Money in International Exchange, New York, Oxford 1979. Sohmen, E., Wechselkurs und Währungsordnung, Tübingen 1973.

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