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Europäischer Wechselkursverbund

(Europäischer Währungsverbund) war von 1971  bis 1978 ein Verbund zwischen den Währungen einiger Mitgliedstaaten der  Euro- päischen Gemeinschaft, der zwischen diesen Währungen ein System fester Wechselkurse mit engen Bandbreiten schuf und gegenüber Drittwährungen zu einem sog. Blockfloating führte. Europäischer Wechselkursverbund Der Europäische Wechselkursverbund wurde am 21.3. 1972 vom Ministerrat der EG beschlossen und durch das Abkommen der Zentralbanken der EG-Mitgliedstaaten vom 10.4. 1972 über die Verringerung der Bandbreiten zwischen den EG-Währungen geschaffen. In diesem Abkommen verpflichteten sich die EG-Zentralbanken, durch Interventionen am Devisenmarkt dafür zu sorgen, dass die EG-Währungen um nicht mehr als 2,25% von ihren rechnerischen bilateralen Leitkursen abweichen. Aufgrund der Ende 1971 im sog.  Smithsonian Agreement beschlossenen Bandbreitenerweiterung im Bretton-Woods- System von 1,5% auf 4,5% hätte es nämlich zwischen den EG-Währungen zu Kursschwankungen von bis zu 9% kommen können. Solche Schwankungen wurden als Gefahr für den Gemeinsamen Markt, insb. für den Gemeinsamen Agrarmarkt der EG angesehen. Ausserdem sollte die Bandbreitenverengung ein erster Schritt zur Errichtung einer Wirtschafts- und Währungsunion in der EG sein (Werner-Bericht). Durch die Bandbreitenverengung zwischen den EG-Währungen entstand die sog. "Schlange im Tunnel". Diese erste Form des Europäischen Wechselkursverbunds bewirkte, dass sich die EG-Währungen weitgehend parallel (wie eine Schlange) gegenüber dem Dollar im Rahmen der im Smithsonian Abkommen beschlossenen Bandbreite von 4,5% (dem Tunnel) bewegte (vgl. Abb.). Diesem Wechselkursverbund, der am 24. 4. 1972   in Kraft trat, gehörten ursprünglich alle damaligen Mitgliedstaaten der EG einschl. der Beitrittsstaaten Grossbritannien, Dänemark und Irland an. Grossbritannien, Dänemark und Irland schieden jedoch bereits im Juni 1972 und Italien im Februar 1973 aus dem Verbund wieder aus. Als im März 1973 das Bretton-Woods-System endgültig zusammenbrach und fast alle wichtigen Handelsstaaten zu flexiblen Wechselkursen übergingen, behielten Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg sowie Dänemark, das sich dem ferbund im Oktober 1972 wieder angeschlossen hatte, den Wechselkursverbund bei und gingen zu einem gemeinsamen Blockfloating über, dem sich Schweden und Norwegen als assoziierte Mitglieder anschlossen. Am 21.1. 1974 trat auch Frankreich zunächst vorübergehend und nach einem Wiedereintritt am 10.7. 1975 schliesslich am 15.3. 1976 endgültig aus dem Europäischen Wechselkursverbund aus. Der Europäische Wechselkursverbund schuf für etwa 50% des innergemeinschaftlichen Handels der EG stabile, kalkulierbare Währungsverhältnisse. Allerdings mussten die Leitkurse der Verbund-Währungen wegen der unterschiedlichen Inflationsentwicklung in den einzelnen Mitgliedstaaten immer wieder angepasst werden. Diese Auf- und Abwertungen erfolgten entsprechend den Regeln des Verbunds nur nach vorherigen Konsultationen. Da die DM, insb. nach dem Austritt Frankreichs, in diesem Verbund eine dominierende Rolle spielte, wurde der Europäische Wechselkursverbund vielfach als neuer DM- Block anstatt als Wechselkursverbund der EG angesehen. Der Erfolg des Europäischen Wechselkursverbunds war 1978 Anlass zu seiner Weiterentwicklung zu einem umfassenden europäischen Währungssystem. Er wurde am 13. 3. 1979 durch das neu geschaffene Europäische Währungssystem (EWS) abgelöst, das als eine Weiterentwicklung und Verbesserung des Europäischen Wechselkursverbunds angesehen werden kann.

Europäische Währungsschlange

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