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Abwertung

1. Auch: Devaluation, Währungsabwertung. Verminderung des Aussenwertes einer Währung gegenüber anderen Währungen (bzw. Erhöhung des Devisenkurses). Erfolgt marktmässig über den Devisenmarkt dadurch, dass bei freien bzw. in Grenzen frei schwankenden Wechselkursen der Kurs der Währung am Devisenmarkt fällt. I. e. S. angeordnete Herabsetzung des Aussenwerts der Währung eines Landes durch Staat oder Zentralbank. Abwertung verringert den Preis für eine Währungseinheit der inländischen Währung, ausgedrückt in Währungseinheiten anderer Länder. In dieser Form ist sie nur im System fester oder stufenflexibler Wechselkurse möglich, indem die Parität oder der Leitkurs der Währung herabgesetzt wird. Soll meist der Besserung der Zahlungsbzw. Leistungsbilanz dienen, indem man sich eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Unternehmen an den Weltmärkten erhofft. Verteuert typischerweise Importe und verbilligt Exporte. Abwertungen erfolgen in der Praxis daher häufiger als Aufwertungen; sie werden oft vorgenommen, wenn die Inflationsrate im eigenen Land wesentlich höher ist als die in anderen wichtigen Ländern, vor allem Haupthandelspartnern. Ggs.: Aufwertung (Revaluation).
2. Bei einer durch eine längere galoppierende Inflation in ihrem Binnenwert zerrütteten Währung erfolgende Beseitigung des Kaufkraftüberhangs durch Währungsreform. Alle Guthaben und meist auch Schulden werden in ihrem Wert stark herabgesetzt oder gestrichen.

Veränderung des Wechselkurses der inländischen Währung gegenüber ausländischen Währungen, die in der Mengennotierung ($/ 1 EUR) mit einem Sinken des Wechselkurses verbunden ist; die inländische Währungseinheit ist nach einer Abwertung in Auslandswährung weniger wert. Werden die Wechselkurse, wie in der Bundesrepublik üblich, in der Preisnotierung angegeben (EUR/1 $), so ist eine Abwertung an der Erhöhung der Devisenkurse abzulesen. Erhöht sich z. B. der Devisenkurs des US-$ von 1,20 EUR auf 1,30 EUR, so hat sich die EUR gegenüber dem $ abgewertet. Im umgekehrten Fall spricht man bei einem Sinken der Devisenkurse von Aufwertung. Eine Abwertung vollzieht sich in einem flexiblen Wechselkurssystem immer dann, wenn die Nachfrage nach inländischer Währung (aus Exporten, Übertragungen ins Inland, Kapitalimporten, Interventionen aurcn Zentralbanken) in einer Periode hinter dem Angebot an inländischer Währung (aus Importen, Übertragungen ins Ausland, Kapitalexporten, Interventionen von Zentralbanken) in dieser Periode zurückbleibt. In einem Festkurssystem bedeutet eine Abwertung die Neufestsetzung von Paritäten zu anderen Währungen, wenn die Angebots- und Nachfragekräfte den Marktkurs über eine festgelegte Bandbreite hinaus vom vereinbarten Paritätskurs entfernen, und dieser Paritätskurs von den beteiligten Zentralbanken nicht mehr verteidigt werden soll. Eine Abwertung verbilligt tendenziell die heimischen Exporte auf den Weltmärkten und verteuert die Importe. Bei normaler Reaktion verbessert eine Abwertung die Leistungsbilanz, d.h. das Defizit wird - nach Ablauf einer gewissen Anpassungsfrist - verringert bzw. durch einen Überschuss abgelöst. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die expansive Wirkung der Verbesserung der Leistungsbilanz durch einen restriktiven Kurs der Geld- und Fiskalpolitik kompensiert wird (Zahlungsbilanzmechanismus).

Eine Abwertung ist eine Verringerung des Außenwertes einer Währung in Relation zu anderen Währungen. Bei flexiblen Wechselkursen ergibt sich eine Abwertung quasi automatisch durch Änderung von Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt. Bei festen Wechselkursen erfolgt die Abwertung durch einen hoheitlichen Akt; Zielsetzung hierbei ist in der Regel eine Förderung der eigenen Exporte zur Verringerung eines Leistungsbilanzdefizits (Zahlungsbilanz). Da eine Abwertung zu einer Verteuerung der Importe und einer Verbilligung der Exporte des abwertenden Landes führt, kann sie zulasten des Auslandes zu einer Erhöhung oder Stabilisierung des Volkseinkommens über den Außenbeitrag instrumentalisiert werden; so genannte Beggar-my-neighbour-Politik.

Bei einer Abwertung ändert sich das Tauschverhältnis von mindestens zwei Währungen (Wechselkurs). So bedeutet eine Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar, dass für einen Dollar mehr Euro gezahlt werden müssen. Durch die Abwertung einer nationalen Währung verteuern sich die Einfuhren, während die Exportwaren billiger werden, womit sich die Situation für die heimische Exportindustrie verbessert.

Verschiebung des Wechselkurses der inländischen Währung im Verhältnis zu ausländischen Währungen. Bei Preisnotierung, z. B. EUR/1 US-$ (Mengennotierung: z. B. £/1 EUR), steigt (fällt) der Devisenkurs in Reaktion auf eine Abwertung.

Devaluation bedeutet die Erhöhung des Preises einer ausländischen Währung gemessen in Einheiten der Inlandswährung (Devisenkurs). Pro Einheit der inländischen Währung müssen danach weniger Devisen aufgewendet werden (Wechselkurs), wodurch sich die inländischen Waren für ausländische Käufer verbilligen. Eine Abwertung kann sich durch ein Überschußangebot an inländischer Währung auf dem Devisenmarkt ergeben oder durch Neufestsetzung der Parität in einem Festkurssystem durch bilaterale oder multilaterale Vereinbarungen einstellen. Die Zahlungsbilanz kann unter bestimmten Umständen hierdurch verbessert werden, indem preisbedingt die Exporte zu- und die Importe abnehmen. Eine Aufwertung stellt die gegenteilige Entwicklung des Devisenkurses dar und hat entsprechend umgekehrte Effekte.

Herabsetzung des offiziellen Wertverhältnisses (Wechselkurses) einer Währungseinheit zu einer anderen (Leit-) Währung oder zum Gold.

Durch die Steigerung des Wertes ausländischer Währungen und die Veränderung der Waren- und Kapitalströme wird die Abwertung als Mittel der Währungspolitik eingesetzt. Sie dient auch zur Verbilligung der Exporte. Im internationalen Währungssystems (System von Bretton Woods) waren von 1945 bis Anfang der 70er Jahre derartige Paritätsänderungen ein systemimmanenter Bestandteil des sog. Währungsmechanismus. Da die Abwertung den Exporteuren des seine Währung abwertenden Landes Konkurrenzvorteile auf den internationalen Märkten bringt, mußte der Internationale Währungsfonds (IWF) den Paritätsänderungen zustimmen. Seit Anfang der 70er Jahre sind an die Stelle von auf den Goldgehalt der Währung bezogenen paritätischen Kursen die sog. Leitkurse der Währungen zum US-Dollar getreten.

Siehe auch Aufwertung, Währung, Währungsstabilität

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