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Freiburger Schule

marktwirtschaftlich orientierte, während des Zweiten Weltkrieges insbesondere von W. Eucken, Freiburger Schule Böhm und A. Rüstow begründete Denkrichtung. Von dieser Schule wurden die theoretischen und philosophischen Grundlagen des Konzeptes der sozialen Marktwirtschaft entwickelt, eines Konzeptes, das durch einen staatlich geordneten Leistungswettbewerb, eine marktkonforme Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie eine aktive Politik des sozialen Ausgleichs geprägt ist (Ordoliberalismus).

In der Wirtschaftssoziologie: Neukantianismus

Bezeichnung für jene Gruppe von Wissenschaftlern, die die Rechtswissenschaft und die Nationalökonomie in Deutschland vor die Aufgabe gestellt sahen, nach den Kriterien der -     wie sie sagten - für die industrialisierte Wirtschaft bislang fehlenden funktionsfähigen und menschenwürdigen Ordnung der Wirtschaft, der Gesellschaft, des Rechtes und des Staates zu fragen. Im Jahre 1937 skizzierten Franz Böhm, Walter Eucken und Fians Grossmann-Doerth die Aufgabe: Die Wissenschaft vermöge als einziger objektiver, unabhängiger Ratgeber sich ein sachliches, von eigenen unmittelbaren wirtschaftlichen Interessen unabhängiges Urteil über zweckmässige wirtschaftliche Massnahmen zu bilden; sie sei damit dem "Beruf zur Gesetzgebung" verpflichtet. Sie habe rechtsschöpferisch auf eine neue und gerechte Ordnung hinzuarbeiten, die dem Wesen des Menschen und der Sache entspricht, in der Mass und Gleichgewicht herrschen. Die Rechtsordnung müsse stets auch Wirtschaftsordnung sein: Ein Rechtsstaat habe seine Bürger gegen die Willkür des Staates, aber auch vor den Willkürakten anderer Bürger, vor der Ausübung privater Macht, vor jeglichem Machtmissbrauch zu schützen. Mit einer wirtschaftspolitischen Gesamtentscheidung sei Klarheit zu schaffen, welche Wirtschaftsverfassung im ganzen gewollt ist. Damit erhalten alle weiteren wirtschaftspolitischen Akte ihren eindeutigen Sinn. Wissenschaftliche Analyse sei die Voraussetzung zu einer bewussten Gestaltung der Ordnung; sie überwindet die Subjektivität. Beispielhaft für diese Haltung ist die Kritik der nationalsozialistischen Kriegs- und Zwangswirtschaft durch Eucken 1942. Diese Wirtschaftsordnung sei keine Dauerordnung; der totale Umbau werde notwendig sein. Gegen die Idee des  Laissez faire (deshalb sei die übliche Bezeichnung "liberal" nicht zutreffend für ihre Ordnungsprinzipien), gegen die Anhänger der Idee von der Zwangsläufigkeit historischer Entwicklungen stellt die Freiburger Schule ihre Konzeption einer Wirtschaftsordnung, die auf der Grundlage eines durch Verfassung eingebundenen, auf soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit verpflichteten Leistungswettbewerbs zu entwickeln ist (0rdo-Liberalismus).                  Literatur: Böhm, F./Eucken, W./Grossmann- Doerth, H., Unsere Aufgabe, in: Böhm, F., Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtsschöpferische Leistung, Stuttgart, Berlin 1937, S. VII ff. Eucken, W., Grundsätze der Wirtschaftspolitik, Tübingen, Zürich 1952. Schmölders, G.   (Hrsg.), Der Wettbewerb als Mittel volkswirtschaftlicher Leistungssteigerung und Leistungsauslese, Berlin 1942.

vertritt die wirtschaftspolitische und sozialpolitische Lehre des Neoliberalismus oder Ordoliberalismus, die während des
2. Weltkrieges v.a. von Walter EUCKEN (1891-1950) und Franz BOHM (1895-1977) in Freiburg und Wilhelm RÖPKE in Genf (1899-1966) konzipiert wurde. Sie sucht einen »dritten Weg« zwischen Kapitalismus und Kollektivismus, indem sie zwar dem Wettbewerbsmechanismus zum Durchbruch verhelfen will, gleichzeitig aber eine staatliche Ordnung des Wettbewerbs fordert, um einen Leistungswettbewerb zu erreichen. Ordnungskonforme Interventionen des Staates, und insbes. die Schaffung und Erhaltung einer gesamtgesellschaftlichen Wirtschaftsordnung, sollen benutzt werden, um die positiven Seiten des Wettbewerbs zur Geltung zu bringen und ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile zu beseitigen. Alexander RÜSTOW (1885-1963) und Friedrich A. v. HAYEK (1899-1992) haben sich v.a. um die gesellschaftsphilosophische Begründung der Lehre bemüht. Die Lehren der Freiburger Schule haben die Soziale Marktwirtschaft wesentlich geprägt. Literatur: Wulff, M. (1976). Cassel, D., Gutmann, G., Thieme, H.J. (1972)

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