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Lohnstop

generelles Verbot, die Lohneinkommen von einem bestimmten Stichtag ab zu erhöhen. Anlass sind oft Zahlungsbilanzprobleme. Dieses Instrument staatlicher Einkommenspolitik bzw. Lohnpolitik wird i.d.R. in Kombination mit einem Preisstop angewandt und ist durch die höchste Eingriffsintensität gekennzeichnet. Lohn- und Preisstops greifen direkt in den Preisbildungsprozess auf Produkt- und Faktormärkten ein und heben für ihre Geltungsdauer die Tarifautonomie auf. Erfahrungen mit Lohnstops der Vergangenheit hat man in verschiedenen Ländern gewonnen. Die Niederlande (Ende 1970), Grossbritannien (November 1972 - März 1973), die Vereinigten Staaten (August 1971 - November 1971) und Frankreich (Juni 1983 - September 1983) versuchten mit zum Teil kombinierten Lohn- und Preisstops einen Ausweg aus den Schwierigkeiten der Stabilitätspolitik zu finden. Man versprach sich davon eine Behebung der Zahlungsbilanzprobleme und die Eindämmung inflationärer Preis- und Einkommensentwicklungen, ohne allzu grosse Einbussen bezüglich des Vollbe- schäftigungs- und Wachstumsziels hinnehmen zu müssen. Eine generelle Beurteilung der Wirksamkeit von Lohnstops wird dadurch erschwert, dass man nicht sagen kann, wie die Entwicklung ohne diese Massnahme verlaufen wäre, und die Ausgangsbedingungen bzw. die Vorgehensweisen von Land zu Land stark differieren. Ein Blick auf die Tab. lässt aber die Schlussfolgerung zu, dass Ankündigungseffekte nicht auszuschliessen sind, Lohnstops allenfalls kurzfristig Wirkungen zeigten und deren Aufhebung einen verteilungspolitischen Nachholbedarf schaffte. Schwerwiegend sind auch die prinzipiellen Bedenken gegen dieses Instrument: Aufhebung der Tarifautonomie; Verlagerung des Verteilungskonflikts vom Markt in die politische Sphäre; ungenügende Vorbereitung der Durchführung, um Ankündigungseffekte zu vermeiden; erhöhter Planungs- und Überwachungsaufwand; Verzerrung der Marktlöhne und Preise mit der Folge der Fehlallokation von Ressourcen.         Literatur: Kuntze, O.-E., Preiskontrollen, Lohnkontrollen und Lohn- Preis-Indexierungen in den europäischen Ländern, Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung, Bd. 81, Berlin 1973. Molitor, B., Lohn- und Arbeitsmarktpolitik, München 1988.   Lohnstop

unmittelbarer Eingriff des Staates in den Arbeitsmarkt (Arbeitsmarktpolitik), z. B. das Verbot einer Lohnerhöhung über eine an einem Stichtag geltende Lohnhöhe hinaus. Lohnstopps sind, da sie den Marktmechanismus auger Kraft setzen, typische Mittel einer Zentralverwaltungswirtschaft oder eines der letzten Mittel einer wenig erfolgreichen Stabilisierungspolitik in prinzipiell marktwirtschaftlich organisierten Staaten (Marktwirtschaft). Lohn

Einkommenspolitik

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