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Lohnzurückhaltung

Die gesamtwirtschaftliche Produktivitätsentwicklung steckt den lohnpolitischen Verteilungsspielraum ab. Der Maßstab für Lohnsteigerungen bei Vollbeschäftigung sollte — nach einer einfachen Regel der Lohnpolitik — der Produktivitätsanstieg sein, der für das nächste Jahr (bei mehrjährigen Tarifabschlüssen für die nächsten Jahre) erwartet wird. Der Produktivitätsanstieg darf jedoch — vor allem bei Unterbeschäftigung — nicht voll ausgeschöpft werden, sondern sollte teilweise in neue Arbeitsplätze fließen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Produktivitätsentwicklung selbst durch die Lohnpolitik beeinflusst wird. Wenn die Beschäftigung sinkt, sollte die Produktivitätsentwicklung daher um die sog. Entlassungsproduktivität bereinigt werden. Dabei handelt es sich um die „positiven“ Produktivitätseffekte, die durch den Beschäftigungsabbau von Arbeitnehmern mit sehr niedriger Produktivität im jeweiligen Bereich hervorgerufen werden. Nominale Lohnabschlüsse unterhalb des Produktivitätsfortschritts können einen wichtigen Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit leisten. Nach jüngsten Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln führt eine einmalige Lohnzurückhaltung von einem Prozentpunkt im Laufe von drei Jahren zu einem Beschäftigungszuwachs von 130.000 Arbeitsplätzen.

Bleibt der Lohnanstieg drei Jahre lang um einen Prozentpunkt hinter dem Anstieg der Arbeitsproduktivität zurück, kommt es nach fünf Jahren zu einem Plus von rund 400.000 Arbeitsplätzen. Andere empirische Studien, etwa des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, weisen ähnliche oder sogar noch stärkere Beschäftigungseffekte einer Lohnzurückhaltung aus. Bisweilen wird behauptet, eine solche angebotsorientierte Wirtschaftspolitik der Lohnzurückhaltung würde zu einem ruinösen Wettbewerb der Staaten führen, wenn sie im Standortwettbewerb der Staaten um mobile Investoren überall stattfände. Allerdings wird dabei vergessen, dass Lohnzurückhaltung überall die Investitionsbedingungen verbessert, weil die erwartete Investitionsrendite steigt. Folglich gilt: Auch wenn kein Land eine bessere Wettbewerbsposition erlangen kann, weil auch die anderen Länder eine Strategie der Lohnzurückhaltung verfolgen, profitiert letztlich doch jedes Land von einem Klima, das zu mehr Wachstum und Beschäftigung führt.

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