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Messtechniken, apparative

Die Entwicklungen in der Mikroelektronik, der Lasertechnik und der Sensortechnik ermöglichen neuartige Messtechniken, z.B. nonverbale Methoden in der Marktforschung (Erhebungswfahren). Zu nennen sind hier etwa die apparativen Techniken für psychobiologische Messungen, z.B. physiologische Messungen und Blickaufzeichnungen.

Physiologische Messungen, die in der Aktivierungsforschung (Aktivierung) eine zentrale Rolle einnehmen, werden meist in Form so genannter Kontaktmessungen durchgeführt. Zur Messung zentraler und peripherer bioelektrischer Indikatoren werden am Körper der Probanden Sensoren (Elektroden) befestigt, die die physiologischen Vorgänge registrieren. Bioelektrische Impulse werden über Kabel zu einem Polygraphen weitergeleitet, der die Reaktionen aufzeichnet (Elektroenzephalogramm, EEG) (vgl. Kroeber-Riel, 1983a, S. 36). Varianten dieser Messtechnik bestehen darin, dass die über Sensoren aufgenommenen Daten über Funk oder Satelit weitergegeben werden.

Telemetrische, kontaktfreie Messungen erfolgen bei der Stimmfrequenzanalyse und der Thermografie, die erst ansatzweise für den praktischen Einsatz in der Marktforschung entwickelt sind. In Stimmfrequenzanalysen wird beispielsweise die Grundtonfrequenz - als eine Komponente der menschlichen Stimme - als Aktivierungsindikator gemessen. Dies wiederum setzt Verfahren voraus, den Grundton eines komplexen akustischen Signals (Sprachsignal) zu identifizieren (vgl. Backhaus u.a., 1983, S. 115ff.). Thermografischen Messungen liegt die Annahme zu Grunde, dass Veränderungen der Körperoberflächentemperatur - insbesondere der Gesichtstemperatur - innere Erregungen anzeigen. Solche Temperaturveränderungen lassen sich mit Infrarotkameras messen (vgl. Kroeber-Riel, 1983a, S. 37).

Mit apparativen Techniken zur Blickaufzeichnung wird das Blickverhalten als physisches Korrelat der Informationsaufnahme gemessen (vgl. Kroeber-Riel/Wein-berg, 1999, S. 253ff.). Erfasst werden hierbei die Bewegungen der Augen, um festzuhalten, welche Reize fixiert werden. Jeder Blickverlauf, z.B. auf einer Anzeige, verläuft in einer Abfolge von Fixationen (Verweilen auf einem Punkt) und Saccaden (unregelmäßige Sprünge), d.h. der Blick tastet die Vorlage in unregelmäßigen Sprüngen ab, wobei nur die während einer Fixiation aufgenommenen Reize verarbeitet werden können. Die Anwendung der sehr validen Methode der Messung der visuellen Informationsaufnahme erfolgt vor allem in der Werbewirkungsforschung, so bei der Analyse von Anzeigen und TV-Spots, oder zum Testen von Produktdesigns.

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