Empfehlungen
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  Home Top 10 Fachbereiche News Hilfe & FAQ
 

Realoptionen, Quantifizierung von

Im Gegensatz zu den bekannten Finanzoptionen sind Realoptionen keine derivativen Wertpapiere, sondern mit Investitionsprojekten verbundene optionsartige Wahlmöglichkeiten.

Realoptionen zeichnen sich durch ihre komplexe Struktur (mehrere aufeinander aufbauende Optionen) aus. Die Ausübung einer solchen Option ist abhängig von einer oder mehreren entscheidungsrelevanten Zustandsgrößen, wie z.B. dem Marktpreis eines produzierten Gutes oder eines zur Produktion benötigten Rohstoffes.

Im Gegensatz zu den Finanzoptionenkönnen bestimmte Realoptionenoftmals von mehreren Investoren ausgeübt werden. Ihr Wert ist folglich von den Handlungen der anderen Investoren bzw. Konkurrenten beeinflussbar. Sind mit einem Ivestitionsvorhaben mehr als eine Realoption verbunden, ist die Interaktion der Optionen zu beachten. Weiterhin sind Abhängigkeiten bzw. Wechselwirkungen zwischen dem zu bewertenden Projekt und anderen laufenden oder geplanten Investitionsprojekten zu berücksichtigen, da diese die zugehörigen Optionswerte beeinflussen können. Die mit Investitionsprojekten verbundenen Wahlrechte können einen beträchtlichen Wert besitzen.

Zur korrekten Bewertung der Wahl- und Handlungsmöglichkeiten wird neben dem klassischen Kapitalwertkonzept auch auf die Optionspreistheorie zurückgegriffen, da die alleinige Barwertermittlung im Rahmen der Kapitalwertmethode wegen der zu komplexen Bestimmung des Diskontierungsfaktors nicht möglich ist.

Der Gesamtwert eines Investitionsprojektes setzt sich somit aus dem Kapitalwert der Investition unter Vernachlässigung aller Wahl- und Handlungsmöglichkeiten und dem Wert der Investitionsoptionen zusammen. Letzterer kann mit Hilfe des Optionsbewertungsverfahrens nach Black/ Scholes berechnet werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Optionsbewertung nur dann möglich ist, wenn die betrachtete Investition re-plizierbar ist, d.h., es muss ein gehandelter Wert oder ein Portefeuille von Werten (Underlying) existieren, das die Wertentwicklung der Investition exakt abbildet. Die Existenz dieses gehandelten Wertes ermöglicht die (arbitragefreie) Bewertung der Investitionsoption. Existiert ein solcher Titel nicht, ist die Anwendung der arbitragefreien Bewertung nach Black/Scholes nicht möglich.

Vorhergehender Fachbegriff: Realoption | Nächster Fachbegriff: Realsicherheiten



  Diesen Artikel der Redaktion als fehlerhaft melden & zur Bearbeitung vormerken




   
 
 

   Weitere Begriffe : Dispositionsgewalt | Kontrollfrequenz | Festgeld

   Praxisnahe Definitionen

Nutzen Sie die jeweilige Begriffserklärung bei Ihrer täglichen Arbeit. Jede Definition ist wesentlich umfangreicher angelegt als in einem gewöhnlichen Glossar.

  Marketing

  Definition

  Konditionenpolitik

   Fachbegriffe der Volkswirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre stellt einen Grossteil der Fachtermini vor, die Sie in diesem Lexikon finden werden. Viele Begriffe aus der Finanzwelt stehen im Schnittbereich von Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

  Investitionsrechnungen

  Marktversagen

  Umsatzsteuer

   Beliebte Artikel

Bestimmte Erklärungen und Begriffsdefinitionen erfreuen sich bei unseren Lesern ganz besonderer Beliebtheit. Diese werden mehrmals pro Jahr aktualisiert.

  Cash Flow

  Bausparen

  Fremdwährungskonto


     © 2017 Wirtschaftslexikon24.com       All rights reserved.      Home  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum  |  Rechtliche Hinweise
Aktuelles Wirtschaftslexikon