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Investition

Bindung bzw. Anlage finanzieller Mittel in Finanz-, Sachoder immaterielles Vermögen, i. d. R. verbunden mit dem Ziel, Gewinne bzw. Einnahmeüberschüsse (Einnahmen) zu erzielen. hn wirtschaftswissenschaftlichen Sprachgebrauch wird der Begriff Investition sehr vielseitig für nahezu jede zukunftsorientierte bzw. zukunftswirksame Geldausgabe verwendet. Für den wirtschaftlichen Leistungsprozess sind die Produktionskapazitäten Erweiterungsund erhaltende Ersatzinvestitionen (bilden zusammen die Bruttoinvestition) sowie Rationalisierungsinvestitionen (erlauben eine kostengünstigere Leistungsbereitstellung) von besonderer Bedeutung. Nach Investitionszwecken und -funktionen kann zwischen Forschungs-, Umwelt-, Ausbildungsinvestition etc. unterschieden werden.

Eine einheitliche Begriffsauslegung existiert in der Betriebswirtschaftslehre bislang nicht. Die Begriffe können i. d. R. einer der drei folgenden Gruppen zugeordnet werden:
(1) Der leistungswirtschaftlich orientierte Investitionsbegriff zielt auf die Gestaltung des Produktionsprozesses durch Kombination der hierzu notwendigen Anlagegüter ab (kombinationsorientiert). Eine Investition ist demnach entweder gegeben bei Beschaffung und Kombination von Anlagegütern zur Erstellung eines neuen Leistungspotentials oder bei Beschaffungsmaßnahmen zur Leistungsoptimierung eines bereits existierenden Anlagenbestandes.
(2) Der vermögensorientierte Investitionsbegriff geht von bilanztechnischen Vorgängen aus. Das auf der Passivseite ausgewiesene Kapital ist in Vermögenswerten gebunden (Überführung abstrakten Kapitals in reale Vermögenswerte). Die Vertreter dieses Begriffs unterscheiden sich einerseits darin, daß sie Investition als (Transaktions-)Prozeß oder/und Zustand verstehen. Andererseits werden von ihnen unterschiedliche Vermögenskategorien in das Investitionsvermögen einbezogen (nur Anlagevermögen; Anlage- und Umlaufvermögen; Anlage-, Umlauf- plus Finanzvermögen einschließlich der liquiden Mittel).
(3) Der zahlungsstromorientierte Investitionsbegriff versteht Investition vor dem Hintergrund, daß mit ihrer Durchführung Aus- und Einzahlungen (Kapitalbindung und -freisetzung) verbunden sind.

Investition ist ein Zahlungsvorgang, der mit einer Auszahlung beginnt und spätere Einzahlungsüberschüsse erwarten läßt.

Das ist die heute vorherrschende zahlungsorientierte Begriffsbestim-mung, die für alle Investitionsarten gilt; sie kann auf die Kurzformel "Investition = Zahlungsreihe" gebracht werden.

Man beschreibt eine Investition durch die durch sie ausgelösten Ein- und Auszahlungen, um sie so rechnerisch zu durchdringen.

Arten:
(1) Zielt eine Investition darauf ab, den betrieblichen Produktionsprozeß zu erhalten, zu verbessern und/oder zu erweitern, so spricht man von Realinvestition oder Produktionsinvestition. Dazu zählen nicht nur Maschinen, sondern auch Grundstücke, Gebäude, Werkzeuge, Vorräte, Fahrzeuge usw.

Werden dagegen Auszahlungen zum Zweck des Erwerbs von For derungen getätigt (Termingelder und andere Bankguthaben, Obligationen), so bezeichnet man diese Investitionen als Finanzinvestitionen oder Finanzanlagen.

Bei immateriellen Investitionen erfolgen Auszahlungen beispielsweise zu Forschungs-, Entwicklungs- und Werbezwecken, wobei die Zurech nung der damit verbundenen Einzahlungen oft sehr schwierig ist.

(2) Die Realinvestitionen lassen sich nach ihrer Zwecksetzung in Anfangs oder Errichtungsinvestitionen, Ersatz- oder Erhaltungsinvestitionen, Rationalisierungsinvestitionen, Erweiterungs- oder Ergänzungsinvestitionen sowie Sozial- und Sicherheitsinvestitionen (z. B. Kantine, Sprinkleranlage, Entgiftungsanlagen in der chemischen Industrie usw.) unterscheiden. Dabei ist zu beachten, daß der Übergang zwischen Ersatz- und Rationalisierungsinvestition in der Praxis fließend ist:
Es gibt kaum eine Ersatzinvestition, die nicht gleichzeitig einen Rationalisierungseffekt hat.

(3) Nach der zeitlichen Wirkung, d. h. nach der Nutzungsdauer der Investitionsobjekte, lassen sich weiter kurz-, mittel- und langfristige Investitionen unterscheiden.

(4) Schließlich lassen sich die Investitionen noch chronologisch trennen. Investitionen, die im Gründungsstadium vorgenommen wurden, bezeichnet man als Gründungsinvestitionen. Die darauf folgenden Investitionen heißen entsprechend laufende Investitionen.

Hinweis:
Diese Einteilungskriterien sind im konkreten Fall meist nicht alternativ, sondern additiv zu verwenden.

Wird in einem Druckereibetrieb beispielsweise eine noch funktionsfähige Altanlage aus Rationalisierungsgründen durch eine neue Druckmaschine ersetzt, liegt eine Rationalisierungsinvestition vor. Weist die neue Anlage eine größere Kapazität als die alte auf, ist die Rationalisierungsinvestition gleichzeitig eine Erweiterungsinvestition. Ist die Restnutzungsdauer
der Neuanlage größer als die der Altanlage, haben wir eine (vorweggenommene) Ersatzinvestition, die wahrscheinlich langfristiger Natur ist und von der Chronologie her als laufende Investition zu bezeichnen sein wird.

Da wir eine Produktionsanlage erneuert haben, können wir zusätzlich von einer Realinvestition sprechen.

Gegensatz:
Desinvestition.

Unter einer Investition versteht man die Verwendung finanzieller Mittel zur Beschaffung von Sachvermögen, immateriellen Vermögen oder Finanzvermögen.

Gegensatz: Desinvestition

(Überblickartikel) Investition wird in der betriebswirtschaftlichen Literatur unterschiedlich definiert.
a) Die Mehrzahl der Autoren versteht unter Investition die » Kapitalbindung in Beständen, wobei gelegentlich zwischen Investition im engeren Sinne (= Bestandserhöhung) und Desinvestition (= Bestandsverminderung) unterschieden wird. Zahlreiche Variationen dieses Investitionsbegriffs differieren darin, ob jede Kapitalbindung in der Unternehmung (in Gebäuden, Maschinen, Rohstoffen, selbst in Kassabeständen), oder nur eine solche im Sachanlagevermögen oder im gesamten Anlagevermögen einschließlich des immateriellen Anlagevermögens (Investition in einen Werbefeldzug) usw. zu den Investitionen gezählt wird. Dem allgemeinen Sprachgebrauch entspricht eher ein engerer Investitionsbegriff. Wesentlich für diese Investitionsdefinition ist aber, daß eine Investition dann vorliegt, wenn ein Bestandszugang eintritt, unabhängig davon, ob der Bestandszugang im voraus, gleichzeitig oder im nachhinein bezahlt wird oder überhaupt zu keinem Zahlungsvorgang führt (Sacheinlage).
b) Eine Minderheit von Autoren identifiziert Investition nicht mit dem Zugang eines Bestandes, sondern mit der Verausgabung finanzieller Mittel für Vermögensbestände wobei der Umfang der in den Investitionsbegrift einbezogenen Vermögensgegenstände so wie unter a) besprochen variieren kann. Bei einer langfristigen Kreditierung einer gelieferten Maschine durch den Lieferanten liegt nach dieser Begriffsfassung eine Investition beirn Maschinenkäufer nicht bei Übernahme der Maschine, sondern erst bei Bezahlung vor. Sacheinlagen können überhaupt nicht als Investitionen qualifiziert werden. Eine Variation dieser Auffassung vertritt D. Schneider, der von einer Investition dann spricht, wenn ein (abgrenzbarer Zahlungsstrom mit einer Auszahlung beginnt; andernfalls liegt Finanzierung vor. Diese Auffassung löst den Investitionsbegriff überhaupt von einem Vermögenszugang oder abgaß? aBund kann zu zufälligen Einordnungen sehr ähnlicher Vorgänge einmal zu Investitions, das andere Mal zu Finanzierungsprozessen führen je nach dem Charakter der ersten Zahlung. Unabhängig davon, ob Investition als Bestandszugang oder als Verausga bung von finanziellen Mitteln für einen Bestandszugang definiert wird, hat die Investitionsbeurteilung auf dem Zahlenstrom aufzubauen, der durch eine Investitionsentschei dung ausgelöst wird. Die meisten Autoren, ob sie nun eher der Definition
a) oder der Definition
b) zuneigen, schränken den Investi tionsbegriff insofern ein, als sie nur langfristige Kapitalbindungen bzw. nur langfristig wirksame Ausgaben zu den Investitionen rechnen. Die Langfristigkeit ist aber die Quelle der arteigenen und besonders reizvollen Aspekte der Investitionstheorie: der besonderen Relevanz der Unsicher heit, der Notwendigkeit und Schwie rigkeiten der Festlegung eines Dis kontierungszinsfußes, der Nutzungs dauerproblematik (Nutzungsdauer)

wird in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur mit unterschiedlicher Bedeutung versehen. 1.  In der Betriebswirtschaftslehre herrscht der sog. zahlungsorientierte Investitionsbegriff vor. (1)    Zahlungsorientierter Investitionsbegriff: Eine Investition ist eine Handlung, die einen (längerfristigen) Zahlungsstrom auslöst, der mit einer Auszahlung beginnt, auf die zu späteren Zeitpunkten Einzahlungen und ggf. auch weitere Auszahlungen ( Folgekosten) folgen. Der zahlungsorientierte Investitionsbegriff schliesst keine Investitionen ein, die in Erwartung eines nicht-zahlungswirksamen (Netto-) Nutzens getätigt werden (unternehmerische Nichtrendite-Investitionen, öffentliche Investitionen). Die Einbeziehung dieser Investitionen bedeutet die Erweiterung des zahlungsorientierten zum wirkungsorientierten Investitionsbegriff. (2)    Wirkungsorientierter Investitionsbegriff: Eine Investition ist eine Handlung, die einen (längerfristigen) Wirkungsstrom auslöst, der mit einer Auszahlung beginnt, auf die zu späteren Zeitpunkten Einzahlungen und/oder nicht zahlungswirksame Nutzen sowie gegebenenfalls weitere Auszahlungen und/oder nicht zahlungswirksame Kosten folgen. Neben diesen beiden Investitionsbegriffen sind in der Betriebswirtschaftslehre noch vermögensorientierte Investitionsbegriffe gebräuchlich. (3)  Vermögensorientierte Investitionsbegriffe: Investition ist die langfristige Festlegung finanzieller Mittel im Sachanlagevermögen oder im Anlagevermögen oder im Anlage- und Umlaufvermögen. In der Betriebswirtschaftslehre werden neben dem Investitionsbegriff auch die Begriffe Investitionsprojekt und Investitionsobjekt häufig verwendet. Es handelt sich in beiden Fällen um den sachlich und zeitlich abgegrenzten Gegenstand der Investitionstätigkeit: Dieser Gegenstand heisst in der Planungsphase (ex ante) Investitionsprojekt und nach der Realisierung (ex post) Investitionsobjekt. 2.  Volkswirtschaftlich ist Investition der wertmässige Zugang an Bauwerken, Ausrüstungen ( Anlageinvestition) und Lagerbeständen ( Vorratsinvestition) im Unternehmenssektor einer Volkswirtschaft. Der Begriff der Desinvestition folgt unmittelbar aus dem verwendeten Investitionsbegriff. Bei Verwendung des zahlungsorientierten Investitionsbegriffs z.B. bedeutet Desinvestition eine Handlung, die zum Abbruch eines längerfristigen Zahlungsstroms führt.

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