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Kapitalbindung

Kapitalbindung entsteht im Zusammenhang mit der Tätigung von Investitionen dadurch, dass ein bestimmter Geldbetrag (z.B. die Anschaffungsauszahlungen) aufgebracht werden muss, um das Investitionsprojekt anzuschaffen. Damit ist der ursprünglich frei verfügbare Geldbetrag nunmehr an das betreffende Projekt gebunden. Das in einem Projekt gebundene Kapital wird jedoch während der Nutzungsdauerschrittweise über die »verdienten« Abschreibungen wieder freigesetzt. Somit entspricht das in einem Investitionsprojekt gebundene Kapital zu Beginn der Nutzungsdauer den Anschaffungsauszahlungen (oder im Falle selbst erstellter Projekte den Herstellungskosten) und hat am Ende der Nutzungsdauer wieder den Wert Null. Da sich die statischen Kalküle der Investitionsrechnung (Investitionsrechnung, statische Kalküle der) stets auf eine repräsentative Durchschnittsperiode beziehen, spielt bei ihrer Anwendung das während der Nutzungsdauer durchschnittlich gebundene Kapital eine besondere Rolle. Es entspricht (im Falle kontinuierlicher linearer Zeitabschreibung bis auf 0) der Hälfte der Anschaffungsauszahlungen.

Die Kapitalbindung wird bei statischen Investitionsrechnungen über die Größe »durchschnittlich gebundenes Kapital« angenähert. Unterstellt man eine kontinuierliche Abschreibung bzw. Amortisation innerhalb der Gesamtnutzungsdauer T des Investitionsobjekts, so beläuft sich die Kapitalbindung auf durchschnittlich die Hälfte der Anschaffungskosten IJ2). Ist ein Liquidationserlös L am Ende der Projektlebensdauer zu erwarten, so beträgt die durchschnittliche Kapitalbindung: 2r h L. Gibt man die Annahme kontinuierlicher Amortisation auf und terminiert die Rückflüsse jeweils auf das Periodenende entsprechend der Vor name der bilanziellen Abschreibung, so beträgt das durchschnittlich gebun dene Kapital: Bei Gesellschaften sind daran oft Mitbestimmungs oder Mitwirkungsrechte geknüpft. Das Verhältnis der Kapitalbindung zueinander ist meist Maßstab für die Ergebnisverteilung.

Tatbestand, dass in der Gegenwart für Investitionen getätigte Ausgaben erst durch später anfallende Einnahmen amortisiert, wieder hereingeholt werden (Kapitalfreisetzung, Wiedergewinnung). In der Zwischenzeit - bis zum vollen Rückfluss - bleibt das investierte Kapital in den Sachgütern gebunden.

Der Durchschnittsbestand einer Vorratspo­sition setzt sich zusammen aus
- dem durchschnittlich stets in voller Höhe vorhandenenSicherheitsbestand,
- der durchschnittlich annähernd in halber Höhe vorhandenen Bestellmenge (Zy­klusvorrat) und
- dem durchschnittlichen Transitvorrat un­terwegs zum Lager.

Dementsprechend kann Kabitalbindung ab­gebaut werden durch Beschleunigung des Transits, Verringerung von Bestellmengen (höhere Bestellfrequenz) und Senkung der Sicherheitsbestände durch das gesamte logistische System hindurch. Die Beschleunigung des Transits erfordert für gewöhnlich eine verbesserte Ablauforga­nisation, häufig auch höhere Transport-Auf­wendungen. Der Verringerung der Bestellmengen sind durch die daraus resultierende Belastung von Disposition, Einkauf, Warenannahme usw. Grenzen gesetzt, aber auch durch mengen­abhängige Einstandspreise (Mindermengen- Zuschläge) und durch kompensatorische Ef­fekte beim Sicherheitsbestand.

Ein zu starker, v. a. aber ein undifferenzierter Abbau von Sicherheitsbeständen kann die Waren-Präsenz (Servicegrade) und damit die Marktposition des Anbieters empfindlich schädigen. Das Wertgerüst der Kabitalbindung ergibt sich aus dem Ansatz von Einstandspreisen oder von Verkaufspreisen. Obwohl z.B. im Handel vielfach mit letzteren gerechnet wird, insb. bei der Ermittlung des Kapitalum­schlags, ist der Bewertung zu Einstandsprei­sen der Vorzug zu geben, da nur diese die tatsächliche Bindung von Kapital (Rentabili­tätseffekt) bzw. Finanzmitteln (Liquiditätseffekt) widerspiegelt.

Kabitalbindung bezeichnet das Geld-Äquivalent der im Un­ternehmen vorhandenen Vorräte an Halb- ­und Fertigprodukten, Teilen, Handelswaren sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (Vorratspolitik). Der Momentanbestand ist stark zufallsab­hängig, evtl. auch - im Hinblick auf Bilanz­stichtage - gezielt beeinflußt und daher für Zwecke der Beurteilung der Kapitalbindung in Vorräten wenig geeignet. So sind z.B. Transitvorräte jeweils nur für kurze Zeit überhaupt physisch „vorhanden“.

Siehe auch Kapital-Vermögensstrukturregeln,

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