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Vierjahresplan

Bündel von Massnahmen und Projekten im Rahmen der nationalsozialistischen Lenkungswirtschaft ab 1936 mit dem Ziel, binnen vier Jahren eine kriegsfähige Rüstungswirtschaft zu schaffen. Nachdem 1933 ein I. Vierjahresplan zur Überwindung der Arbeitslosigkeit ("Arbeitsschlacht") verkündet worden war, der im Zusammenhang mit der allgemeinen Konjunkturbelebung bis 1936/37 die Vollbeschäftigung brachte, entwickelte Adolf Hitler mit Hermann Göring als Reichskommissar 1936 einen II. Vierjahresplan, da Schwierigkeiten bei der Rohstoffbeschaffung die weitere Aufrüstung gefährdeten und mangelnde Ressourcen die Verwundbarkeit des Reiches offenbarten. Autarkiebestrebungen stehen infolgedessen im Vordergrund: Deckung des Treibstoffbedarfs durch Kohleverflüssigung (Bau von Hydrierwerken), Produktion von Zellund synthetischen Fasern, Bunaherstellung Kautschukersatz) und Verhüttung ‚saurer\' Erze (Reichswerke Salzgitter). Geplant waren bis 1940 9,5 Mrd. RM Investitionen. Obwohl bis Kriegsbeginn die Produktion vielfach erst im Anlauf war, wurden beachtliche Erfolge erreicht, die bis 1940/41 einen Rüstungsvorsprung sicherten (z. B. Bunaproduktion 1942: 96 000 t, Zellwolle 45% des Bedarfs, Treibstoffe 1942: 6 Mio. t). Die erstrebte Autarkie wurde nicht erreicht, Lücken wurden durch die Eroberungen ab 1939 teilweise überbrückt. Kostenüberlegungen spielten bei dieser ,Kriegswirtschaft im Frieden\' keine Rolle (z. B. war Buna siebenmal teurer als Naturkautschuk), auch die Herstellung von Hydrier-Benzin aus Kohle wurde aus diesen Gründen nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen.          Literatur: Petzina, D., Autarkiepolitik im Dritten Reich: Der nationalsozialistische Vierjahresplan, Stuttgart 1968.

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