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normative agency theory

(= principal-agent theory) Zweig der agency theory, der auf die Bestimmung eines optimalen Kontrakts zwischen Principal und Agent abstellt, mit dem der Principal den Agents veranlaßt, im Sinne des Auftraggebers zu handeln. Dies ist insbes. dann von Interesse, wenn - Unsicherheit und/oder asymmetrische Information zwischen Principal und Agent vorliegt. Zu unterscheiden ist nach Kenneth J. ARROW zwischen nicht beobachtbaren Aktionen des Agent (hidden effort), die auf das Problem des - moral hazard führen, und nicht beobachtbaren Eigenschaften des Agent, die ein Problem der - adverve selection zur Folge haben. Beide Problemkreise treten z.B. für Versicherungsgesellschaften im Verhältnis zu ihren Versicherungsnehmern auf. Kann der Principal den Einsatz seines Agent nicht beobachten, so besteht für diesen ein Anreiz, sich weniger für die Ziele des Principals einzusetzen und eventuelle schlechte Ergebnisse mit stochastischen Schocks aus der Umwelt zu erklären. Lösungsansätze sehen neben dem Einsatz von (kostenverursachender) Überwachung eine Erfolgsbeteiligung des Agent vor, deren optimales Ausmass von der Risikoneigung des Agent abhängt. Bei adverse selection führt ein auf der Grundlage des Erwartungswerts standardisierter Mischkontrakt für alle Typen von Agents zu einer Negativauslese, da der Kontrakt für die »schlechten« Typen attraktiv ist, während er von den »guten« Typen abgelehnt wird. Die Lösung besteht neben der Sammlung zusätzlicher Information in der Gestaltung eines Sortierungsmechanismus, bei dem typenbezogene Kontrakte derart angeboten werden, dass jeder Typ nur den für ihn gedachten Kontrakt akzeptiert (self selection) oder in rationaler Enthüllung privater Information durch die Agents (signalling). Gemeinsam ist den Ansätzen die Verwendung von Teilnahme-und Anreizkompatibilitätsbedingungen. Erstere stellen sicher, dass der Agent das Kontraktangebot annimmt, letztere berücksichtigen, dass der Agent zu gegebenem Kontrakt individuell rational handelt. In jüngster Zeit wurde intensiv diskutiert, welche Auswirkungen Neuverhandlungen zwischen Principal und Agent nach der Beseitigung von Unsicherheit und/oder der Enthüllung privater Information haben. Es stellt sich heraus, dass die alleinige Möglichkeit einer nach dem - PARETOKriterium verbessernden Kontraktänderung ex post das Schreiben eines effizienzsteigernden Kontrakts ex ante verhindern kann. Kontrakte für längerfristige Beziehungen zwischen Principal und Agent sind deshalb mit einer Bedingung zu versehen, die den Anreiz für Neuverhandlungen beseitigt. Literatur: Bamberg, G., Spremann, K. (1987). Arrow, K.J. (1985). Pratt, J.W., Zeckhauser, R.J. (1985)

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