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Signalling

Mit Signalling wird die zielbezogene Informationsbekanntgabe und -übermittlung umschrieben. Hierauf wird im Rahmen der neoinstitutionalistischen Finanzierungstheorie Bezug genommen, um darzulegen, wie Kapitalnehmer durch ihre Informationspolitik ihre Finanzierungskonditionen verbessern können.

Die Wirkung, die von der Übermittlung positiver Signale ausgehen soll, setzt sowohl die Eindeutigkeit als auch die Glaubwürdigkeit der von den Kapitalnehmern ausgewählten Signale voraus.

Hinsichtlich der zweiten Bedingung wird im Rahmen der Signalling-Theorie rationales Handeln seitens der Kapitalnehmer unterstellt, d.h. die Wahl ihrer Signale ist dadurch gekennzeichnet, dass die durch die Informationsübermittlung anfallenden Signalkosten gegen den möglicherweise erzielbaren Signalnutzen abgewogen werden. Solange die kapitalsuchenden Unternehmen und Privatpersonen diese Bewertungsgleichung beachten, besitzen die Kapitalgeber die Fähigkeit, anhand der von den potenziellen Finanzierungspartnern ausgewählten Signale Bonitätsrückschlüsse zu ziehen.

jede Aktion eines Wirtschaftssubjekts, mit deren Hilfe es glaubwürdige Information über seine Eigenschaften, Verhaltensweisen und Absichten vermitteln will, die von Dritten nicht direkt beobachtbar sind. Signalisierungsmodelle spielen daher eine wichtige Rolle in der Informationsökonomik. Im Wirtschaftsleben gibt es zahlreiche Beispiele derartiger Signale: a) Produzenten bieten Garantien, um die gute Qualität ihrer Erzeugnisse zu signalisieren. b) Bei Einführung neuer Produkte werden aufwendige Werbe- und andere Aktionen, die sunk costs verursachen, durchgeführt, um zu vermitteln, dass der Erzeuger beabsichtigt, lange auf dem Markt zu bleiben und gute Ware anzubieten. c) Versicherungsnehmer akzeptieren hohe Selbstbehalte oder Teilversicherungen, um glaubhaft zu machen, dass ihre Schadenswahrscheinlichkeit gering ist. d) Kreditnehmer sind bereit, eigenes Vermögen als Sicherheit einzusetzen, um ihre Kreditwürdigkeit (d.h. Absicht und Fähigkeit zur Rückzahlung) unter Beweis zu stellen. Entscheidend für die Glaubwürdigkeit eines Signals ist das Auftreten hoher Kosten bei der Übermittlung falscher Information. Eine der ersten Anwendungen des signalling stammt von Michael A. SPENCE und betrifft den Arbeitsmarkt: Es gibt zwei Typen von Arbeitern, die sich durch ihr Grenzprodukt unterscheiden, das mit w1 = 1 bzw w2 = 2 bezeichnet wird. Es ist den Arbeitgebern bekannt, dass beide Typen je 50% aller Arbeiter ausmachen. Jeder Arbeiter kennt seine eigene Produktivität, nicht aber der Arbeitgeber, der daher einen Lohn gleich dem durchschnittlichen Grenzprodukt (w = 3/2) zahlt. Somit können w2-Arbeiter einen Anreiz haben, sich von ihren weniger produktiven Kollegen zu unterscheiden. In dem SPENCE-Modell können sie dies, indem sie mehr Zeit in ihre Ausbildung investieren als w1-Arbeiter (z.B. entsprechende akademische Grade erwerben). Ihr Grenzprodukt ist davon unberührt, doch die Kosten pro Zeiteinheit der Ausbildung betragen c2 = 1/2 für w2-Arbeiter und c1 = 1 für wt-Arbeiter. Die Ausbildungszeit eines w Arbeiters wird mit t. bezeichnet (i = 1,2). Das Nettoeinkorrco n beträgt w2 — c2t2 für einen w2-Arbeiter, dem der Arbeitgeber auch glaubt, einer zu sein. Damit das Signal »Ausbildung« auch glaubhaft ist, muss t2 so gross angesetzt werden, dass es sich für einen w1-Arbeiter nicht lohnt, ebenfalls t2 zu wählen, um für einen w2-Arbeiter gehalten zu werden. Dies ist erfüllt, wenn gilt 1 <t2 <2. Bei t2 =1 verdient ein w1-Arbeiter mit dieser Ausbildungszeit 2 — 1 = 1, und dies entspricht genau seinem Verdienst, wenn er ohne jede Ausbildung als w1-Arbeiter eingestuft wird und wt =1 erhält. Bei t2 > 2 würde ein w2-Arbeiter aber weniger als 1 verdienen und wäre besser gestellt, würde er ohne Ausbildung w1= 1  erhalten. Jede Kombination mit w1 = 1, w2 = 2, t1 = 0 und t2 a [1,2] ist ein Signalisierungs- oder Trenngleichgewicht (separating equilibrium). Bemerkenswert ist, dass dieses -i Gleichgewicht nicht eindeutig ist, da es ein Kontinuum von t2-Werten gibt, die ein Gleichgewicht konstituieren. Aber auch ein einheitlicher Lohn mit wt=w2=w=3/2 und tt=t2= 0 konstituiert ein Gleichgewicht. Da in diesem nicht nach Typen unterschieden wird, spricht man auch von einem Mischgleichgewicht (pooling equilibrium). Diese Nichteindeutigkeit — bzw. in anderen Modellen mit asymmetrischer Information auch die mögliche Nichtexistenz von Gleichgewichten — hat in jüngerer Zeit zu zahlreichen Modellen der Spieltheorie geführt, in denen sog. Refinements von - NASH-Gleichgewichten angewandt werden, um beide Probleme zu lösen. Literatur: Kreps, D.M. (1990). Phlips, L. (1988). Spence, M.A. (1973)

Informationsökonomik Signifikanzniveau Bei Signifikanztests wird die Irrtums­wahrscheinlichkeit als „Signifikanzniveau" und mit dem Symbol abezeichnet. agibt da­mit - da die Tests im allgemeinen darauf an­gelegt sind, die Nullhypothese zu verwerfen das Risiko an, das man einzugehen gewillt ist, eine an sich richtige Hypothese abzuleh­nen: „Fehler
1. Art“. Von ß für den „Fehler
2. Art“ - eine an sich falsche Hypothese „anzu­nehmen“ - wird zumeist abgesehen (Hy­pothesenprüfung). Die umgangssprachliche Gleichsetzung von „signifikant“ mit „wesentlich“ oder „be­trächtlich“ ist unkorrekt, weil sich erstens der Begriff nur auf Stichprobenbefunde be­zieht und weil zweitens die Signifikanz mit Zunahme der Stichprobe bzw. Abnahme der Varianz der Prüfvariablen wächst, so dass u.U. auch sehr kleine Differenzen in einer großen und/oder varianzarmen Stichprobe „signifikant“ ausfallen.     

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