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Rationierungsgleichgewicht

(= nichtwalrasianisches Gleichgewicht) Zustand, in dem eine Koordinierung der individuellen Transaktionspläne nicht allein durch Preissignale, sondern auch oder ausschließlich durch Mengensignale erfolgt. Ein Mengensignal zeigt einem Wirtschaftssubjekt dabei an, welche Höchstmengen der verschiedenen Güter am Markt erhältlich bzw. absetzbar sind. Ist etwa s; die maximale Menge des Gutes i, die ein Wirtschaftssubjekt absetzen kann, b; die maximale Menge des Gutes i, die es am Markt kaufen kann, so wird das Wirtschaftssubjekt a bei der Aufstellung seines optimalen Transaktionsplans za = (z1, ..., 4 )4) für alle n Güter nicht nur  die Budgetrestriktion p1zz +p2z2 + ... + p„z: <_ 0 zu beachten haben, sondern darüber hinaus noch die Mengenrestriktionen –s; <_ z; <_ b; für alle Güter i = 1,2,...,n. (Positive Werte für z; bezeichnen Käufe, negative dagegen Verkäufe.) Ein System von Preis- und Mengensignalen (p,s,b) = (PiiP2i...ipn; si,s2,...,s,,; b1,b2,...,b„) ist dann ein Rationierungsgleichgewicht, wenn die unter Beachtung von Budget-und Mengenrestriktionen optimalen individuellen Transaktionspläne za(p,s,b) miteinander kompatibel sind, d.h. falls EaA =  za (p,s,b,) =
0. (A bezeichnet hier die Anzahl der Wirtschaftssubjekte.) Andere Definitionen eines Rationierungsgleichgewichts lassen z.B. unterschiedliche Mengensignale für unterschiedliche Wirtschaftssubjekte zu oder verwenden zusätzliche Gleichgewichtsbedingungen, wie z.B. die Bedingung, dass auf keinem Markt gleichzeitig sowohl Käufer als auch Verkäufer rationiert sind, d.h., dass –s; = z, für ein Wirtschaftssubjekt a\' nur dann gelten kann, wenn za < b; für alle Wirtschaftssubjekte a = 1,..., A gilt. Wichtige Beiträge zur Theorie des Rationierungsgleichgewichts (sowie später nach ihnen benannte Gleichgewichtskonzepte) stammen von Jacques DREZE und von Jean-Pascal BENASSY. Die Vorstellung, dass bei mangelnder Flexibilität der Preise eine Koordinierung der individuellen Wirtschaftspläne durch Mengenrationierung erfolgt, liegt insbes. auch der neokeynesianischen Makroökonomik zugrunde, die seit Mitte der 70er Jahre von Robert W. CLOWER, Axel LEIJONHUFVUD, Robert J. BARRO und Herschel I. GROSSMAN, Edmond MALINVAUD u.a. entwickelt wurde. Die Theorie der Rationierungsgleichgewichte wird dabei gelegentlich auch als Ungleichgewichtstheorie bezeichnet, um sie von der walrasianischen Theorie abzugrenzen, die bis in die 70er Jahre hinein mit - Gleichgewichtstheorie identifiziert wurde. Literatur: Böhm, V. (1989). Benassy, J.-P. (1982a). Benassy, J.-P. (1982b)

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