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Realzinssatz

Diskontierungsrate auf reale Ansprüche zum Zeitpunkt t„ gegenüber realen Ansprüchen zum Zeitpunkt t„_i. Entgegen den sich auf dem Markt bildenden oder seitens der Zentralbank festgelegten nominellen Zinssätzen berücksichtigt der Realzinssatz Geldwertänderungen, um somit den in Gütern ausgedrückten Verzicht auf Liquidität bzw. die ebenfalls in Gütern ausgedrückte Produktivität des Kapitaleinsatzes zu messen. Problematisch ist allerdings die Wahl des zur Deflationierung des Nominalzinses zu verwendenden Preisindex; da Geldanleger i.d.R. nicht an eine alternative Verwendung zugunsten eines dem Preisindex für die Lebenshaltungskosten zugrunde liegenden Warenkorbs denken, kommt z.B. dieser Index nur unter erheblichem Vorbehalt infrage. Der Realzinssatz ändert sich im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung und tendiert bei zunehmender Kapitalintensivierung (insoweit diese nicht durch entsprechenden technischen Fortschritt begleitet wird) zu sinken. Auch inflationäre Prozesse und insbes. zunehmende Preissteigerungsraten lassen den Realzinssatz sinken. Bei unvollkommenem Kapitalmarkt unterscheidet man einen (niedrigeren) Haben- und einen (höheren) Sollzinssatz. Bei Vorhandensein von Unsicherheit (Risiko und Unsicherheit) enthält der Zins eine Risikoprämie, und die Unterscheidung zwischen kurz- und langfristigen Zinssätzen wird relevant. In einer sicheren Welt mit vollkommenem Kapitalmarkt reflektiert der Realzins a) die Grenzrate der Substitution zwischen gegenwärtiger und künftiger Konsumtion; b) die Grenzrate der Substitution zwischen gegenwärtiger und künftiger Produktion oder die Grenzertragsrate auf capital widening; c) die Grenzertragsrate auf die produktive zeitliche Ausdehnung oder die Grenzertragsrate auf capital deepening; d) die Grenzertragsrate auf Sparen oder Investieren; e) die Grenzproduktivität des Kapitals bei Vorhandensein eines Kapitalgutes oder die Grenzleistungsfähigkeit der Investition bei Vorhandensein mehrerer Kapitalgüter; f) den Grenzertrag auf den Kapitalwert. Literatur: Hirshleifer, J. (1974). Chick, V. (1973)

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