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Edgeworth-Steuerparadoxon

nach dem englischen Nationalökonomen Francis Y. Edgeworth benanntes Phänomen, nach dem eine Mengensteuer unter bestimmten Voraussetzungen nicht zu Preiserhöhungen, sondern sogar zu Preissenkungen führt. Bietet ein Angebotsmonopolist zwei (oder mehr) Güter an, die von den Nachfragern als substitutiv oder komplementär angesehen werden, so verteuert die Besteuerung zunächst das davon betroffene Gut. Wegen der engen Beziehung verschiebt sich jetzt jedoch die Nachfragekurve bei dem anderen Gut (bzw. den anderen Gütern). Bei bestimmten Konstellationen der Elastizität der Nachfrage kann nun der Monopolist seinen Gewinn steigern, wenn er die Preise beider Güter senkt - ein Ergebnis, das man beim ersten Eindruck genau umgekehrt erwarten würde.

von Francis Y. EDGEWORTH (1897) analysierter Fall der Wohlfahrtswirkungen der Besteuerung eines Angebotsmonopols, das zwei nachfrageverbundene (substitutive) Güter anbietet, wobei das teurere einer Mengensteuer unterworfen wird. Die übliche Behandlung der Güterbesteuerung in einem partialanalytischen Gleichgewichtsmodell (Inzidenzanalyse) zeigt, dass ceteris paribus der Gleichgewichtspreis eines besteuerten Gutes i.d.R. steigen wird oder im Extremfall eines preisunelastischen Angebots konstant bleibt. EDGEWORTH hat unter Einbeziehung von Substitutionsgütern gezeigt, dass u.U. der Preis des besteuerten Gutes fallen wird. Hierin besteht die scheinbare Paradoxie. Die steuerbedingte Erhöhung der Grenzkosten eines Gutes würde nach der Theorie der Monopolpreisbildung (Angebotsmonopol) bei einer Ein-ProduktUnternehmung eine Preiserhöhung und in Folge eine Minderung der Produzentenrente und der Konsumentenrente erwarten lassen. Für den von EDGE-WORTH unterstellten Fall mehrerer vom Monopolisten angebotener Güter, die im Urteil der Konsumenten substitutiv zueinander sind, ergibt sich aufgrund der vom Monopolisten zu antizipierenden Substitutionseffekte bzw. -) Einkommenseffekte einer möglichen Preiserhöhung das scheinbar paradoxe Ergebnis, dass die gewinnmaximierenden Monopolpreise für beide Güter gesenkt werden und folglich die Nachfrager eine Erhöhung ihrer Konsumentenrente realisieren können und der Staat Steuereinnahmen zu Lasten der Monopolgewinne durchsetzen kann. Die Überlegungen sind später u.a. von Harold HOTELLING und Ronald H. COASE weitergeführt und differenziert worden. Lange Zeit unbeachtet blieb dagegen eine vereinfachende graphische Darlegung des Paradoxons durch den schwedischen Nationalökonomen Knut WICK-SELL (1934). Literatur: Creedy, J. (1988)

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