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Entwicklungsländertypologien

Ansätze zur Bildung von Untergruppen innerhalb der Gesamtheit der Entwicklungsländer. (1)  Theoretische Typologien: Ziel dieser Art von Typenbildung ist es, die Wirkungsweise einzelner, die Typenbildung kennzeichnender Merkmale oder Merkmalsbündel auf den Verlauf der Wirtschaftsentwicklung aufzuzeigen. Die ersten Entwicklungsländertypologien orientieren sich an der Höhe des Pro-Kopf- Einkommens einzelner Länder. Eine zweite Gruppe von Ansätzen nimmt die Gruppierung der Entwicklungsländer nach Massgabe der verfügbaren Faktorbestände eines Landes vor. Eine dritte Richtung der Entwicklungsländertypologien kombiniert den Entwicklungsstand (ausgedrückt durch das Pro-Kopf-Ein- kommen) mit dem Entwicklungspotential, das aus dem Verhältnis von Faktorausstattung zur Grösse des betreffenden Landes abgeleitet wird. Diese beiden Typologieaspekte werden schliesslich noch um die Wachstumsrate des Pro-Kopf-Einkommens erweitert. Gegen die Typologien wurde der Vorwurf erhoben, sie seien zu einseitig auf wirtschaftliche Probleme abgestellt. Deshalb entstanden in den Jahren nach 1960 Typologien, die neben den bisher bereits berücksichtigten Merkmalen institutionelle, politische und so- zioökonomische Kriterien einbauten. Die Kritik an diesen theoretischen Typologien richtet sich vor allem gegen ihre mangelnde Praktikabilität sowie die unklare Trennung zwischen Ursachen und Erscheinungsformen der Unterentwicklung. (2)  Empirische Typologien: Die Unzulänglichkeiten der auf einer theoretischen Ebene vorgenommenen Typologisierungsversuche haben zu einer Reihe recht pragmatischer Gruppierungsansätze geführt. Unter Zugrundelegung ökonomischer Kriterien lassen sich z.B. unterscheiden: •     die Kategorie der "Am wenigsten entwik- kelten Länder" (Least Developed Countries, LDC), •     die Kategorie der "Von der Wirtschaftskrise am schwersten betroffenen Länder" (Most Seriously Affected Countries, MSAC), •     die Gruppe der "Schwellenländer" (Newly Industrialized Countries, NIC), die einen relativ fortgeschrittenen Entwicklungsstand erreicht haben. Nach rein geographischen Gesichtspunkten kann man u.a. folgende Untergruppen festlegen: •     Entwicklungsländer ohne Zugang zum Meer (Landlocked Countries, LLC), •     geographisch benachteiligte Inselstaaten, •     Sahel-Länder (Niger, Obervolta, Tschad, %iali, Mauretanien, Senegal).   Literatur: Hemmer, H.-R., Wirtschaftsprobleme der Entwicklungsländer, 2. Aufl., München 1988. Lorenz, D., Zur Typologie der Entwicklungsländer, in: Jahrbuch für Sozialwissenschaft, Bd. 12 (1961), wiederabgedruckt in: Fritsch, B. (Hrsg.), Entwicklungsländer, Köln, Berlin 1968.

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