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Führungswissenschaft

Aufgabe einer betriebswirtschaftlichen Führungswissenschaft ist die Untersuchung von Führungsphänomenen in der Unternehmung, d.         h. die Analyse zielorientierter Verhaltenssteuerung für betriebliche Zwecke. Die wesentlichen inhaltlichen Bestandteile dieser Führungswissenschaft lassen sich durch die folgenden vier Problemkomplexe verdeutlichen: •     Welche grundlegenden Ziele werden mit der verhaltensorientierten Steuerung und Gestaltung des Unternehmensgeschehens verfolgt? •     Wie erfolgt die zielgerichtete Verhaltenssteuerung im Unternehmen; welche Mittel der Unternehmensführung (Massnahmen, Systeme, Instrumente, Prinzipien) kommen zum Einsatz? •     Wie wirkt das Instrumentarium der Verhaltenssteuerung unter Berücksichtigung spezifischer situativer Determinanten? •     Welche Einflussfaktoren sind dabei von besonderer Relevanz? Der Schwerpunkt der Führungswissenschaft liegt hierbei auf der Frage, wie die Verhaltenssteuerung erfolgt und welche Ursache- Wirkungs-Zusammenhänge in dieser Hinsicht bestehen. Führung im Sinne einer Verhaltenssteuerung erfordert eine Orientierung an den Ursachen menschlichen Handelns. Hiermit ist insb. die Motivation gemeint, da der Motivationsprozess durch situative Reize materieller und immaterieller Art Motive aktiviert, die im Zusammenwirken mit Erwartungsdispositionen und Fähigkeiten Handlungstendenzen auslösen. Führung kann also nur über die intervenierende Variable der Motivation eine Verhaltenssteuerung der betroffenen Personen bewirken. Demzufolge muss es die Aufgabe einer Führungswissenschaft sein festzustellen, welche Wirkungen bestimmte Führungsmassnahmen unter gegebenen Bedingungen (Motivationsstruktur, soziale Konditionierungen) erzielen und wie sich diese Bedingungen durch die Führung selbst beeinflussen oder verändern lassen. Welche Funktionen die Führung als wissenschaftliche Disziplin erfüllen sollte, ergibt sich aus den Zielen, die allgemein für Realwissenschaften Gültigkeit besitzen. Hieraus lassen sich die folgenden Teilgebiete der Führungswissenschaft ableiten: •       Führungslogik, •       Führungstheorie, •       Führungstechnologie, •       Führungsphilosophie. (1)   Die Aufgabe der Führungslogik besteht darin, das Wesen der Dinge möglichst präzise durch Begriffe und Definitionen zu erfassen (explikative Funktion) und im weiteren reale Sachverhalte des Erkenntnisobjektes zu beschreiben und zu analysieren (deskriptive Funktion). Hinzu kommen logische und sprachliche Analysen der Begriffs- und Theoriebildung sowie Möglichkeitsanalysen der Führungstechnologie. Entsprechend dem es- sentialistischen Wissenschaftsziel beinhaltet die Führungslogik also die Erarbeitung eines begrifflichen Instrumentariums der Führungswissenschaft. (2)   Entsprechend dem theoretischen Wissenschaftsziel beschäftigt sich der Bereich der Führungstheorie mit der systematischen empirischen Prüfung genereller Hypothesen (Validitätsfunktion), der Erklärung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen (explanato- rische Funktion) und der Prognose auf der Basis von Wenn-Dann-Aussagen (prognostische Funktion). Sie geht damit einen entscheidenden Schritt weiter, indem sie Verhaltensprognosen der Entscheidungsträger bzw. Führungspersonen anstrebt. (3)    Das pragmatische Wissenschaftsziel besteht darin, praxeologische Aussagensysteme zu entwickeln, die der Führungstechnologie insb. zur Ableitung von Handlungsempfehlungen und sachgerechten Problemlösungen unter dem Gesichtspunkt von Zweck-Mittel- Beziehungen dienen sollen (praxeologische Funktion). (4)     Das der Führungsphilosophie zugrunde liegende normative Wissenschaftsziel ist auf die Analyse und Begründung von Werturteilen in der Führungswissenschaft gerichtet. Zum Bereich der Führungsphilosophie zählen methodologische, ethische, ideologische und normative Grundaussagen der Führung. Die Führungsphilosophie versucht einerseits, die im Rahmen der Führungstechnologie entwickelten Führungsprozesse, Führungstechniken und Führungssysteme normativ zu fundieren und andererseits, durch eine kritische Analyse die Entideologi- sierung wissenschaftlicher Aussagen zu erreichen. Literatur: Steinle, C., Führung, Stuttgart 1978. Wild, Betriebswirtschaftliche Führungslehre und Führungsmodelle, in: Wild, J. (Hrsg.), Unternehmungsführung, Berlin 1974, S. 141 ff.

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