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Kaldor-Hicks-Kriterium

von Nicholas Kaldor und Richard Hicks entwickeltes Kompensationskriterium zur Ausweitung des Anwendungsbereiches der Paretianischen Wohlfahrtsökonomik. Nach diesem Kriterium können auch solche wirtschaftspolitischen Massnahmen als wohlfahrtssteigernd angesehen werden, bei denen einzelne Bevölkerungsgruppen Verluste erleiden, sofern nur die Begünstigten dieser Massnahme in der Lage sind, die Benachteiligten voll zu entschädigen, ohne hierdurch die gesamten erzielten Wohlfahrtsgewinne wieder einzubüssen. Hierbei ist für die Frage der Wohlfahrtswirkung nicht von Bedeutung, ob von der Möglichkeit der Kompensation tatsächlich auch Gebrauch gemacht wird. Es kommt nur auf die Möglichkeit der Kompensation an. Es muss nämlich damit gerechnet werden, dass ein Teil der durch eine wirtschaftspolitische Massnahme ausgelösten Umverteilung politisch gewollt ist, so dass hier keine Kompensationen erwünscht sind. Ob jedoch eine Umverteilung erwünscht ist oder nicht, kann nur vom Politiker, nicht aber vom Wissenschaftler geklärt werden. Den Politikern muss die Möglichkeit offenstehen, unerwünschte Umverteilungsprozesse durch Kompensationszahlungen auszugleichen. Tibor Scitovsky hat allerdings nachgewiesen ( Scitovsky-Kriterium), dass bei Anwendung des Kaldor-Hicks-Kriteriums logische Widersprüche auftreten können.           

von Nicholas KALDOR 1939 formuliertes - Wohlfahrtskriterium, das eine Rangfolge wirtschaftlicher Zustände ohne inter-personelle Nutzenvergleiche erlauben sollte. KALDOR bezeichnet eine Situation II der Ausgangssituation I überlegen, wenn die Gewinner aus der Veränderung die Verlierer mehr als kompensieren können. John R. HICKS schloss sich diesem Kriterium an, um die - Wohlfahrtsökonomik auf sichere Grundlagen zu stellen und gegen positivistische Kritik zu immunisieren. Dieser Ansatz gilt als die Geburt der neueren Wohlfahrtsökonomik. Inzwischen ist klargestellt worden, dass auch das KALDOR-HICKS-Kriterium nicht ohne die Wertprämissen des PARETO-Kriteriums (und zusätzlicher idealisierter Annahmen bzw. Urteile über die Verteilung) wirtschaftliche Zustände dem Rang nach ordnen kann. Überdies ist dieses Kriterium in strikter Version (ohne zusätzliche »Plausibilitätsannahmen«) nicht operational (Maurice DOBB, J. de V. GRAAF) und auch nicht frei von möglichen Widersprüchen (Tibor SCITOVSKY; Wohlfahrtskriterien). Die Widerspruchsmöglichkeiten lassen sich allerdings auflösen, wenn hinreichend starke Wertprämissen über die Verteilung hinzugenommen werden (LITTLE-Kriterium; Kompensationstheorie) bzw. wenn tatsächlich Kompensation verlangt wird (was KALDOR und HICKS nicht tun). Im letzteren Fall wandelt sich das KALDOR-HICKS-Kriterium zum PARETO-Kriterium (mit nicht wesentlich mehr Aussicht auf Erfüllbarkeit als dieses). Literatur: Linde, R. (1992). Sohmen, E. (1976). Dobb, M. (1969). Nath, S.K. (1969)

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