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Kaizen

siehe unter

>>> Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Der japanische Begriff Kaizen bezeichnet das Streben nach permanenten Verbesserungen im Leistungserstellungsprozess sowie hinsichtlich des Leistungsergebnisses. Er ist wesentliches Merkmal des Konzepts der Lean Production. Angestrebt werden insbesondere kleine, gut zu beherrschende Verbesserungsschritte, wobei in jedem Zustand weitere Verbesserungen als möglich angesehen werden.

Unter Kaizen wird das Prinzip verstanden, das hinter den japanischen Total Quality-Konzepten steht und als wichtigstes japanisches Management-Konzept gewertet wird (vgl. Imai, 1994, S. 24). Wörtlich bedeutet Kaizen »Verbesserung« und beinhaltet die beiden Elemente KAI (Ändern) und ZEN (Güte). Hier wird es gesehen als Streben nach ständiger Verbesserung bezüglich aller Wertschöpfungsaktivitäten in kleinen Schritten unter Einbeziehung aller Mitarbeiter (vgl. Macharzina, 1999, S. 743f.). Dies verlangt im Sinne einer ständigen Weiterentwicklung, das eigene Tun ständig zu analysieren.

Die Mitarbeiter aller Ebenen sind das Potenzial, aus dem heraus diese kleinen Schritte der Verbesserung entstehen, so dass ein Unternehmen das Kaizen-Bewusst-sein bei allen seinen Mitarbeitern wecken muss (vgl. Jung, 1993, S. 361). In vielen japanischen Unternehmen wird Kaizen nicht nur für diese abstrakte »Philosophie« verwendet, sondern auch als Bezeichnung für die japanische Art des betrieblichen Vorschlagswesens. In diesem Sinne hat das japanische Management - viel stärker als beim westlichen betrieblichen Vorschlagswesen - die Aufgabe, die Mitarbeiter zu möglichst vielen Vorschlägen zu motivie-. ren. Die Motivation der Mitarbeiter erfolgt durch Präsentationen, in denen umgesetzte Vorschläge vorgestellt und die einreichenden Mitarbeiter materiell und/oder immateriell belohnt werden. Oftmals wird ein Wettbewerb bezüglich der meisten und besten Vorschläge zwischen den Mitarbeitern bzw. Teams von Mitarbeitern stimuliert, so durch Informationstafeln hinsichtlich der monatlich abgegebenen Vorschläge jeder Abteilung (vgl. Imai, 1994, S. 37; Macharzina, 1999, S. 744t).

Insgesamt ist Kaizen Ausdruck der in japanischen Unternehmen stärker erachteten Notwendigkeit der ständigen Verbesserung, wobei Probleme und Schwierigkeiten im Unternehmen als Chance betrachtet werden, aus den gemachten Fehlern zu lernen.

Der Begriff Kaizen beschreibt eine Methode zur Verbesserung der Zustände in einem Unternehmen durch kleine Schritte als Ergebnis laufender Bemühungen. Kaizen hört nie auf. Jeder im Unternehmen ist angehalten, seine Arbeitsaufgabe und ihre Ausführung permanent zu überdenken und zu verbessern. Kaizen beselneitn insofern einen steten Wandel und ist keine revolutionäre Veränderung. Ursprünglich aus der Produktion heraus geboren, findet Kaizen auch zunehmend in administrativen Prozessen An­wendung. In kleinen Gruppen, den sogenannten Qualitätszirkeln, entwickeln die Mitarbeiter während ihrer Ar­beitszeit Verbesserungsvorschläge. Kaizen stellt dazu Hilfsmittel wie Checklisten zur Verfügung, die die Suche nach Schwachstellen erleichtern sollen. Dabei gilt es die „3-Mu” aufzuspüren: „Muda” = Verschwendung, „Murr = Überlastung„,Mura” = Abweichung. Diese können sich verbergen in Mit­arbeitern, der Technik, der Methode, der Zeit, der Möglichkeit, den Werkzeugen, dem Material, dem Produktionsvolumen, dem Umlauf, dem Platz und in der Art zu denken. Dazu hinterfragt man jede Tä­tigkeit wer, was, wo, wann, warum und wie ausführt. Das Ergebnis lässt einen kontinuierlichen Verbes­serungsprozess entstehen, der nach einiger Zeit zu qualitativ hochwertigen, schnellen und effizienten Prozessen führt. Siehe auch   Gemba Kaizen sowie   Ablauforganisation und  Qualitätsmanagement, jeweils mit Literaturangaben.

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