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Ergebnisbetragsanalyse

Die betragsmässige Erfolgsanalyse untersucht den ausgewiesenen Erfolg hinsichtlich seiner Höhe und versucht dabei den Einfluss der handelsrechtlichen Vorschriften und des bilanzpolitischen Instrumentariums soweit wie möglich auszuräumen. Erste Anhaltspunkte, inwieweit das ausgewiesene Ergebnis durch die Bildung oder Auflösung von stillen Rücklagen beeinflusst ist, lassen sich aus dem Anhang, insb. aus den Erläuterungen zu den einzelnen Posten (z.B. Pensionsrückstellungen) sowie den Bewertungs- und Abschreibungsmethoden gewinnen. Als Indikator für die Ertragskraft kann auch der Börsenwert (gezeichnetes Kapital X Börsenkurs/100) einer notierten Aktiengesellschaft herangezogen werden, indem dieser mit dem Bilanzwert (gezeichnetes Kapital -1- Kapitalrücklagen + Gewinnrücklagen) verglichen wird. Das Verhältnis beider Werte zueinander spiegelt die Einschätzung der Ertragsfähigkeit aus der Sicht der Kapitalanleger wider. Ein weiterer Anhaltspunkt für die Ertragskraft ist der geschätzte Steuerbilanzgewinn, weil dem Bilanzierenden in der Steuerbilanz ein wesentlich geringerer bilanzpolitischer Bewertungs- und Bilanzierungsspielraum gewährt wird als im handelsrechtlichen Abschluss. Über den im Jahresabschluss ausgewiesenen Steueraufwand kann im Wege einer Rückrechnung auf den steuerlichen Gewinn geschlossen werden. Voraussetzung dafür ist, dass neben einem isolierten Ausweis der gewinnabhängigen Steuern eine eindeutige Beziehung zwischen Gewinn und Steuerbetrag besteht, so dass eine Schätzung des Steuerbilanzgewinns nur bei (körperschaftsteuerpflichtigen) Kapitalgesellschaften in Frage kommt. Eine standardisierte Vorgehensweise zur Bereinigung des in der Handelsbilanz ausgewiesenen Erfolgs liefert das von der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Anlagenberatung (DVFA) und der Schmalen- bach-Gesellschaft (SG) gemeinsam vorgelegte Verfahren (Ergebnis nach DVFA/SG). Obwohl der cash flow eigentlich eine finanzwirtschaftliche Kennzahl darstellt (Liquiditätsanalyse), wird er auch als Erfolgsindikator eingesetzt, da er eine finanzwirtschaftliche und somit eine von der Bewertung weitgehend unabhängige Überschussgrösse repräsentiert. Dementsprechend sollen durch den cash flow Aussagen über die Entwicklung der tatsächlichen Ertragslage vergangener Perioden gewonnen werden. Daneben dient er aber auch als vorausschauender Erfolgsmassstab, indem er einen aus eigener Kraft erwirtschafteten finanziellen Überschuss repräsentiert, dessen Entwicklung Anhaltspunkte für die künftige Ertragskraft des Unternehmens geben kann. Die Ertragskraft eines Unternehmens kann auch aus  Rentabilitätsrecbnungen abgeleitet werden. Diese setzen den Gewinn oder eine den Erfolg wiedergebende Grösse (z.B. Wertschöpfung) in Beziehung zu einer Bezugsgrösse (Kapital, Umsatz), die wesentlich zur Erfolgserzielung beigetragen hat. Gegenüber den absoluten Erfolgsmassstäben geniesst die Rentabilitätsanalyse den Vorteil, dass sie ein relativiertes Mass darstellt, das sich für Vergleichszwecke, insb. für Branchenvergleiche, wesentlich besser eignet als eine absolute Grösse. Die Eigenkapitalrentabilität ist als Quotient aus Gewinn und Eigenkapital definiert. Als Gewinn wird hierbei meist der Jahresüberschuss oder, soweit ermittelbar, das Gesamtergebnis vor Steuern verstanden. Das Eigenkapital setzt sich im allgemeinen aus dem gezeichneten Kapital, den Kapital- und den Gewinnrücklagen zusammen. Die Gesamtkapitalrentabilität bezieht den erwirtschafteten Gewinn einschl. Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen der betrachteten Periode auf das Gesamtkapital. Letzteres besteht aus dem Eigenkapital, den Rückstellungen und den Verbindlichkeiten. Neben den beiden erwähnten Kapitalrentabilitäten gibt es noch eine Vielzahl von weiteren Rentabilitätskennzahlen, die im Rahmen der Ergebnisanalyse angewendet werden (z. B. Price-Earnings-Ratio, Gewinn je Aktie, Umsatzrentabilitäten etc.). Als besonders aussagekräftig haben sich Kennzahlensysteme, wie z.B. das Dupont-Kennzahlenschema erwiesen (Return on Investment). Ein solches System versucht durch eine hierarchische Gliederung Ursache-Wirkungszusam- menhänge für die betriebliche Ertragskraft abzuleiten. Der Einsatz eines Kennzahlensystems für die externe Analyse scheitert jedoch häufig daran, dass Einflussgrössen (z.B. Kosten) nur aus dem internen Rechnungswesen abgeleitet werden können.          

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