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Preisfunktionen

Der Preis hat innerhalb einer Marktwirtschaft mit dezentraler Entscheidungsstruktur folgende Funktionen zu erfüllen:
1. Allokationsfunktion (Allokation): Zuordnung der Produktionsfaktoren zu den verschiedenen produktiven Verwendungen;
2. Zuteilungsfunktion: Verteilung der Güter auf die Nachfrage nach Maßgabe der Dringlichkeit der monetär artikulierten Bedürfnisse (Nachfrage);
3. Informations- oder Signalfunktion: Übermittlung und Verarbeitung von Informationen über geänderte Knappheitsrelationen;
4. Motivationsfunktion: Preis als Leistungsanreiz und Verteilungsparameter.

Dabei fallen vor allem folgende Funktionen ins Gewicht.

- Knappheitsindikator, der die Nachfrage steuert,
- Angebotsanreiz, der Marktchancen signalisiert,
- Allokationssignal, um die Produktionsfaktoren an die komparativ günstigste Einsatzstelle zu lenken,
- Nachfragebeschränkung, um unnötige Nachfrage zurückzudrängen,
- Dringlichkeitsmaßstab für die aggregierten Nutzenpräferenzen,
- Markträumung im Gleichgewicht zur Erfüllung der Wirtschaftspläne der Marktteilnehmer.

Preise, die sich frei am Markt durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bilden, sind in Marktwirtschaften von zentraler Bedeutung und erfüllen eine Reihe von Funktionen (im Sinne von Aufgaben): (1)   Preise sind das zentrale Koordinierungsinstrument (Koordinationsfunktion) zwischen den einzelwirtschaftlichen Plänen, d. h. sie stimmen die Wünsche der Nachfrager und die Produktionspläne der Anbieter aufeinander ab. (2)   Mit Hilfe von Preisen werden Informationen (Signale) gegeben; z.B. findet in der relativen Preishöhe die relative Knappheit der Güter ihren Niederschlag. Preisänderungen zeigen sofort eine Knappheitsveränderung an Preisfunktionen und eröffnen Anbietern sowie Nachfragern Möglichkeiten, sich der veränderten Situation anzupassen (Signalfunktion). (3)   Über Preise werden die knappen Güter auf die Nachfrager verteilt (Zuteilungsfunktion), wobei diejenigen Nachfrager zum Zuge kommen, die aufgrund der hohen Dringlichkeit ihrer Bedürfnisse bereit sind, den höchsten Preis zu bezahlen. Diese Kaufbereitschaft hängt neben der Wertschätzung auch von der Kaufkraft und somit vom Einkommen der Wirtschaftssubjekte ab. Auch innerhalb einer Wirtschaftseinheit (z. B. Haushalt) wird mit Hilfe der Preise ein Nutzenvergleich ermöglicht, indem der gewogene  Grenznutzen (Grenznutzen/Preis des Gutes) der verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten des Einkommens miteinander verglichen wird (zweites  Gossensches Gesetz). (4)   Auf der Angebotsseite haben Preise die Aufgabe, alle Produzenten, deren Kosten höher als der Marktpreis sind, aus dem Markt zu drängen (Auslesefunktion). Leistungsfähige Unternehmen, deren Kosten unter den jeweiligen Marktpreisen liegen, werden belohnt; sie erzielen Differentialgewinne. (5)   Preisen fällt auch die Aufgabe der Allokation der Produktionsfaktoren zu (Lenkungsfunktion). Durch steigende Preise eines Gutes werden Unternehmer angelockt, dieses Gut zu produzieren. Zur Realisierung ihrer Pläne müssen sie Faktoren einsetzen, die sie auf den. Faktormärkten nachfragen und kaufen müssen. Aufgrund steigender Preise sind sie bereit, höhere Faktorpreise zu bezahlen als Unternehmer, deren Güterpreise stagnieren oder sinken. Auf diese Weise passen sich das Angebot und damit der Faktoreinsatz der veränderten Situation an. Mit Hilfe der Allokationsfunktion lösen Preise damit auch das Problem, was, wieviel, von wem, wann und wo erzeugt wird.                                            

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