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Scitovsky-Kriterium

Versuch, die bei Anwendung des Kaldor-Hicks-Kriteriums auftretenden logischen Widersprüche auszuräumen. Tibor Scitovsky hat nachgewiesen, dass unter bestimmten Bedingungen eine Massnahme im Sinne des Kaldor-Hicks-Kriteriums als wohlfahrtssteigernd angesehen werden kann, dass aber gleichzeitig das Rückgängigmachen dieser Massnahme ebenfalls im Sinne dieses Kriteriums als wohlfahrtssteigernd angesehen werden müsse, was eindeutig einen logischen Widerspruch bedeute. Um diesen Widerspruch zu vermeiden, schlug Scitovsky vor, neben dem Kaldor-Hicks-Test darüber hinaus zu überprüfen, ob nicht auch das Rückgängigmachen dieser Massnahme bei Anwendung dieses Kriteriums als wohlfahrtssteigernd angesehen werden müsse, und nur dann von einer Wohlfahrtssteigerung zu sprechen, wenn diese zweite Frage verneint werden könne. Die weitere Diskussion (Paul A. Samuelson, William M. Gorman) um die Kompensationskriterien hat gezeigt, dass bei Berücksichtigung von mindestens drei alternativen Massnahmen selbst bei Erfüllung des Scitovsky-Tests logische Widersprüche auftreten können. Zwar können durch Erfüllung weiterer Bedingungen auch diese logischen Widersprüche vermieden werden, doch ist im Endergebnis der Anwendungsbereich der Paretianischen Wohlfahrtsökonomik in diesem Falle nur geringfügig grösser als bei Beschränkungen auf das Pareto-Kriterium.              

von Tibor SCITOVSKY 1941 formuliertes Wohlfahrtskriterium, das die Widerspruchsmöglichkeiten des KALDORHICKS-Kriteriums auszuschalten sucht. Für eine Volkswirtschaft, die nach dem KALDOR-HICKS-Kriterium eine Situation II der Ausgangssituation I vorzieht, kann die Position I dennoch nach demselben Kriterium überlegen erscheinen, sobald sie Situation II bezogen hat. Um derartige Widersprüche zu vermeiden, schlägt SCITOVSKY eine Ergänzung des KALDOR-HICKS-Kriterium vor: Nach einer Veränderung, die entsprechend diesem Kriterium vorteilhaft ist, darf eine Rückkehr zur Ausgangslage nach dem gleichen Kriterium nicht vorzugswürdig sein. Das heißt, die Verlierer dürfen bei einem Wechsel von Situation I zu II nicht in der Lage sein, zu ihrem Vorteil die potentiellen Gewinner durch »Bestechung« von der Veränderung abzuhalten (»SCITOVSKY-reversal-criterion«; zusammen mit dem KALDOR-HICKS-Kriterium wird dieses »reversal-criterion« als »SCITOVSKY-double-criterion« bezeichnet). Auch das »double-criterion« ist gegen Widersprüche nicht gefeit, wenn mehr als zwei Alternativen verglichen werden sollen (William M. GORMAN). Operational ist lediglich das »reversal-criterion« (via PAASCHE-Mengenindex; - Indextheorie). Überdies ist das »double-criterion« deshalb kritisiert worden, weil es nur zwei Verteilungszustände berücksichtige (SAMUELSON-Kriterium). Unabhängig davon ist das SCITOVSKY-Kriterium wesentlicher Bestandteil des LITTLE-Kriteriums. Literatur: Feldman, A.M. (1986). Sohmen, E. (1976). Nath, S.K. (1969). Scitovsky, T. (1941/42)

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