Empfehlungen
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  Home Top 10 Fachbereiche News Hilfe & FAQ
 

Positionierungsmethoden

sind Vorgehensweisen, die aufgrund ganz­heitlicher Bewertungen von Objekten (z.B. Produktkonzepten oder Produkten) einen möglichst niedrig dimensionierten Raum nutzen, um darin Koordinaten für die Ob­jekte festzulegen. Die Distanzen zwischen den Objekten im Raum sollen in möglichst perfekter Übereinstimmung mit der metri­schen Bewertung oder der ordinalen Rang­ordnung der Objekte hinsichtlich des ganz­heitlichen Vergleichskriteriums stehen. Als ein solches Kriterium kommt einerseits die Ähnlichkeit der Objekte, andererseits die Präferenz für die Objekte in Betracht. Mit Hilfe von Ähnlichkeitsdaten kann aus­schließlich eine Darstellung von Realpositio­nen erreicht werden; mit Präferenzdaten können auch Idealpositionen dargestellt so­wie individuelle relative Gewichtungen der Eigenschaften des Raumes ermittelt werden. Auf dieser Grundlage ist die Erstellung eines „joint space“ möglich (Positionierung). Werbeimages sind im Positionierungsraum unter Verwendung von Verwechslungsdaten darstellbar; dabei handelt es sich um Matri­zen, in deren Feldern die Häufigkeit der Ver­wechslung partiell anonymisierter Anzeigen für die in den Zeilen genannten Produkten mit den in den Spalten genannten Produkten derselben Produktgruppe erfaßt werden (J. W.Keon). Da man von einer ganzheitlichen Objektbe­wertung ausgeht, also auf die Vorgabe von Bewertungskriterien verzichtet, daraus aber eine durch mehrere Eigenschaftsdimensio­nen gekennzeichnete, räumliche Darstellung der Objekte abgeleitet wird, spricht man auch von einer Gruppe dekompositioneller Verfahren. Besonders attraktiv ist an diesen Verfahren, dass es nach den theoretischen Er­kenntnissen von R. Shepbard und ihrer spä­teren Umsetzung in einer Verfahrensweise durchJ. Kruskal gelingt, ordinale „summary judgments“ in metrische „Distanzen“ zu überführen. Das ist ein gemeinsames Cha­rakteristikum von Verfahren der nichtmetri­schen multidimensionalen Skalierung. Die Achsen der gefundenen Räume werden nicht durch die Verfahren selbst inhaltlich be­nannt, sondern müssen durch den Forscher selbst interpretiert werden. Hierbei kann einmal an besonderen, erkennbaren Eigen­schaften solcher Objekte angeknüpft wer­den, die jeweils dicht an einer Achse angeord­net sind und ein gemeinsames Merkmal tragen. Zum anderen können Eigenschafts­vektoren in den Raum projiziert werden, die eine Interpretation erlauben („property fit- ting“ durch das Verfahren PROFIT). Entsprechend dem Typ der als Vergleichs­kriterium benutzten Daten und dem für sie verwendeten Meßniveau kommen unter­schiedliche Positionierungsmethoden zum Einsatz. Die Übersicht nennt beispielhaft ei­nige der gebräuchlichen Methoden. Bisher liegen nur wenige Untersuchungen zur Reliabilität der Positionierungsmetho­den vor. Dabei handelt es sich um sog. Ro­bustheitsstudien, die im Wege der Simulation die Anfälligkeit der mit den Methoden erziel­ten Ergebnisse auf Störungen in den Daten untersuchen (K.Brockhoff/B. Waldeck). Das auf der Technik der Linearen Programmie­rung aufbauende Verfahren LINM AP (A.D. Shocker/ V. Srinivasan) hat sich wegen seiner geringen Anforderungen an die Daten und seiner hohen Leistungsfähigkeit als beson­ders breit einsetzbar erwiesen. Grundsätzlich bauen alle Methoden auf individuellen Urteilen von Konsumenten oder potentiellen Konsumenten auf. Die Mittelwertbildung von Präferenzen oder Ähnlichkeiten ist für die optimale Pro­duktpositionierung (Positionierung, Positionierungsmodelle) ungeeignet, weil siedle Bedürfnis- und Wahrnehmungsunter­schiede nicht mehr erkennen läßt. Stattdes- sen sind Teilaggregationen, etwa auf Basis von Clusteranalysen, heranzuziehen.

Literatur:  Brockhoff, K.; Rehder, H., Analytische Planung von Produkten im Raum von Produktei­genschaften, in: Topritzbofer, E. (Hrsg.), Marke­ting. Neue Ergebnisse aus Forschung und Praxis, Wiesbaden 1978, S. 327-350. Brockhoff, K.; Wald­eck, B., The robustness of PREFMAP-2, in: Inter­nationaljournal of Research in Marketing, Vol. 1 (1984), S. 215-233. Dichtl, E.; Schobert, R., Mehr­dimensionale Skalierung. Methodische Grundla­gen und betriebswirtschaftliche Anwendungen, München 1979. Keon,J. W., Product Positioning, Trinodal Mapping of Brand Images, Ad Images, and Consumer Preference, in: Journal of Marke­ting Research, Vol. 20 (1983), S. 380-392. Shocker, A DSrinivasan, V., A Consumer-Based Metho- dology for the Identification of New Product Ideas, in: Management Science, Vol. 20 (1974), S. 921-937.

Vorhergehender Fachbegriff: Positionierungsanalyse | Nächster Fachbegriff: Positionierungsmodelle



  Diesen Artikel der Redaktion als fehlerhaft melden & zur Bearbeitung vormerken




   
 
 

   Weitere Begriffe : Panorama-Anzeige | Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr (CMR) | Deflationierung  Inflationsmessung

   Praxisnahe Definitionen

Nutzen Sie die jeweilige Begriffserklärung bei Ihrer täglichen Arbeit. Jede Definition ist wesentlich umfangreicher angelegt als in einem gewöhnlichen Glossar.

  Marketing

  Definition

  Konditionenpolitik

   Fachbegriffe der Volkswirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre stellt einen Grossteil der Fachtermini vor, die Sie in diesem Lexikon finden werden. Viele Begriffe aus der Finanzwelt stehen im Schnittbereich von Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

  Investitionsrechnungen

  Marktversagen

  Umsatzsteuer

   Beliebte Artikel

Bestimmte Erklärungen und Begriffsdefinitionen erfreuen sich bei unseren Lesern ganz besonderer Beliebtheit. Diese werden mehrmals pro Jahr aktualisiert.

  Cash Flow

  Bausparen

  Fremdwährungskonto


     © 2017 Wirtschaftslexikon24.com       All rights reserved.      Home  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum  |  Rechtliche Hinweise
Aktuelles Wirtschaftslexikon