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Faktorvariation

Geht man von einem bestimmten Produktionspunkt aus, der durch seine Input- und Outputmengen charakterisiert sein soll, so interessieren in der Produktionstheorie im Hinblick auf die möglichen Formen von Faktorvariationen drei Fragen: •     Wie ändert sich die Ausbringungsmenge, wenn die Einsatzmenge nur eines Produktionsfaktors verändert wird und die Einsatzmengen der übrigen Faktoren unverändert bleiben? In einem solchen Untersuchungsfall spricht man von partieller Faktorvariation. •     Wie verändert sich die Produktionsmenge, wenn die Einsatzmengen aller Produktionsfaktoren variiert werden? Bei der Klärung dieser Frage handelt es sich um eine totale Faktorvariation. •     Welche Möglichkeiten gibt es, dasselbe Produktionsniveau durch bestimmte Veränderungen in den Faktoreinsatzmengen zu verwirklichen? Dieser spezielle Aspekt der Faktorvariation hebt darauf ab, inwieweit Substitutionsmöglichkeiten zwischen den Faktoren bestehen. Zur Untersuchung der Auswirkungen dieser drei Formen von Faktorvariationen steht eine Reihe produktionstheoretischer Grundbegriffe zur Verfügung, deren Verwendung über Richtung und Ausmass der Faktorvariationen bzw. der dadurch bedingten Produktionsänderungen informiert: (1)  Die Ergebnisse partieller Faktorvariationen können durch Veränderungen der (Durchschnitts-)Produktivität, die Grenzproduktivität bzw. die Produktionselastizität eines Faktors erfasst bzw. beschrieben werden. Grafische Darstellungen hierzu erfolgen meist anhand der Ertragskurve oder hieraus abgeleiteter Funktionen. Die (Durchschnitts-)Produktivität eines Faktors gibt dabei an, wie viele Einheiten des Endprodukts pro Einheit der eingesetzten Menge eines Faktors produziert werden. Den Kehrwert der Produktivität bezeichnet man als Produktionskoeffizienten. Die Grenzproduktivität zeigt an, wie sich eine beliebig kleine Veränderung der Einsatzmenge eines Faktors auf die Produktmenge auswirkt. Die Produktionselastizität eines Faktors drückt aus, um wieviel Prozent sich die Outputmenge ändert, wenn die Einsatzmenge um einen marginalen Prozentsatz variiert wird. (2)  Zur Beschreibung der Resultate totaler Faktorvariation dienen Begriffe wie totales Grenzprodukt, Niveauvariation, Homogenitätsgrad und Skalenelastizität. Das totale Grenzprodukt gibt an, um wie viele Einheiten sich die Ausbringungsmenge verändert, wenn die Einsatzmengen aller Produktionsfaktoren um infinitesimal kleine Beträge vergrössert oder verkleinert werden. Die Niveauvariation basiert dagegen auf der Überlegung, wie sich die Ausbringungsmenge verhält, wenn alle Faktoreinsatzmengen mit demselben Multiplikator proportional variiert werden, d.h. die Einsatzverhältnisse der Faktoren zueinander konstant bleiben. Spezialfälle der Niveauvariation werden durch den Begriff der Homogenität von Produktionsfunktionen bzw. deren Homogenitätsgrad beschrieben ( Prozessvariation). Eine andere Ausdrucksform für den Homogenitätsgrad einer Produktionsfunktion ist die Skalenelastizität. (3)  Faktorvariationen im Sinne einer Substitution sind nur auf der Grundlage substitutiona- ler Produktionsfunktionen ( Substitutionali- tät) möglich. Bei limitationalen Produktionsfunktionen ( Limitationalität), in denen die Faktoreinsatzmengen aus technischen Gründen in festen Verhältnissen zueinander und zur Ausbringungsmenge stehen, kann Substitution nicht erfolgen. Bestimmte Substitutionsformen lassen sich auf der Grundlage von Isoquanten studieren. Über die Stärke der Substitutionsmöglichkeiten innerhalb einer Produktionsfunktion hinsichtlich eines festen Produktionsniveaus gibt die Grenzrate der Substitution Auskunft.                  Literatur: Busse v.Colbe, W./Lassmann, G., Betriebswirtschaftstheorie, Bd. 1, 4.Aufl., Berlin u.a. 1988.     Krelle, W, Produktionstheorie, Tübingen 1969.

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