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Interaktionsanalyse

Die Interaktionsanalyse ist ein Beobachtungsverfahren (Beobachtung) zur Erfassung von Rollenbeziehungen in Kleingruppen.

Das bekannteste Verfahren ist die »In-teraction Process Analysis« (IPA) von Bales (1975, S. 148ff.). Dabei hält sich die zu untersuchende Gruppe in einem Raum auf, der mittels Einwegspiegel eingesehen werden kann. Im Kern besteht die Methode in einer Registrierung der Interaktionen zwischen den Gruppenmitgliedern und einer Klassifizierung des Verhaltens. Dabei wird jede Handlung einer bestimmten Kategorie zugeordnet. Bales benutzt hierzu das in Obersicht 60 dargestellte Kategoriensystem. Als Ergebnis der Klassifizierung des beobachteten Verhaltens ergeben sich Inter-

aktionsprofile der einzelnen Gruppenmitglieder. Sie geben Auskunft über An und Anzahl der Verhaltenseinheiten der bei ei nem Entscheidungsprozess abgelaufener Interaktionen.

Ein Anwendungsgebiet für das Verfahren im Marketing ist die Analyse von Kaufentscheidungsprozessen in Familien (Familienentscheidung).

In der Wirtschaftssoziologie: auch: Interaktionsoder Gruppenprozessanalyse, Prozessanalyse sozialer Beziehungen, von E.D. Chapple u. K.M. Arensberg (1940) entwickelte Methode zur Beobachtung, Beschreibung und Analyse von Interaktionen in Institutionen, interaction analysis, interaction process analysis. Von R.F. Bales (1950) zu einer standardisierten Technik der Untersuchung von Interaktionsprozessen (zumeist Gesprächsverläufen) in Kleingruppen weiterentwickelt. Bei der Interaktionsanalyse wird das beobachtete Verhalten der Individuen mit Hilfe eines Kategorienschemas in dem Augenblick eingeordnet und notiert, in welchem es stattfindet (auch: entsprechende Klassifikation von Videoaufzeichnungen). Die Kategorien sind nach positiver, neutraler bzw. negativer Intensität des individuellen Beitrags in der inhaltlich-sachlichen oder der affektiv-emotionalen Dimension des Verhaltens definiert. Beispiele sind: „zeigt Solidarität“, „zeigt Entspannung“, „bittet um Auskunft“, „zeigt Antagonismus“. Es wird angenommen, dass diese Verhaltensweisen nicht zufällig aufeinander folgen, sondern die Struktur der Gruppe widerspiegeln, in der der Interaktionsprozess stattfindet. Bales, Cohen u.a. haben das Instrument später zum SYMLOG-System (der mehrstufigen Beobachtung von Gruppen) weiterentwickelt, wobei die Gesprächsbeiträge der Mitglieder klassifiziert werden nach verbalem oder nonverbalem Verhalten, geäusserten Vorstellungsbildern und Werturteilen in bezug auf ein Objekt sowie nach ihrer Lage in den drei Dimensionen: einflussnehmend versus auf Einfluss verzichtend, unfreundlich versus freundlich, zielgerichtetkontroliert versus gefühlsbestimmt-ausdrucksvoll. Inzwischen liegen verfeinerte Verfahren der computergestützten Dateneingabe bei der Interaktionsanalyse vor.

Eine Untersuchungsme­thode zur Analyse der wechselseitig aufeinander bezogenen Verhaltensweisen zweier oder meh­rerer Individuen in Gruppen und Institutionen auf der Basis von Beobachtungsdaten. Dabei ist die strukturierte - Beobachtung als Methode der In­teraktionsanalyse darauf ausgerichtet, Standard­situationen festzulegen, um das zu beobachten­de Interaktionsverhalten registrieren und klassifi­zieren zu können.

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