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Nachfrageeffekte

Anomale Reaktionen der Nachfrage am Markt. Im wesentlichen sind dabei die folgenden zu unterscheiden:

- Bandwagon-Effekt: Bestimmte Produkte werden vornehmlich gekauft, weil andere (z.B. Personen der Referenzgruppe) sie kaufen bzw. besitzen.
- Snob-Effekt: Bestimmte Produkte werden nicht mehr gekauft, weil andere, mit denen man nur ungern in Zusammenhang gebracht wird, sie nun kaufen bzw. besitzen.
- Veblen-Effekt: Die Nachfrage steigt mit steigendem Preis (positive Preiselastizität der Nachfrage) wie z.B. für Prestigeprodukte. Analoges gilt für das Sinken der Nachfrage bei sinkendem Preis.
- Giffen-Effekt: Der Anteil höherwertigerer Güter nimmt mit steigendem Einkommen zu (positive Einkommenselastizität der Nachfrage) bzw. mit sinkendem Einkommen nimmt der Anteil geringwertigerer Güter zu.

Ist die Nachfrage nach einem bestimmten Gut nicht nur von bestimmten ökonomischen Rahmenbedingungen, z.B. dem verfügbaren Einkommen und dem Einsatz des absalzpolilischen Instrumentariums der Anbieter abhängig, sondern auch von dem Verhalten potenzieller Nachfrager dieses Gutes, so liegen Nachfrageeffekte vor. Im Einzelnen unterscheidet man:

- den Bandwagon-Effekt

- den Snob-Effekt

- den Veblen-Effekt.

Ein Bandwagon-Effekt (Mitläufer-Effekt) liegt vor, wenn die Nachfrage nach einem bestimmten Gut steigt, wenn und weil andere Käufer das gleiche Gut nachfragen. Der Bandwagon-Effekt ist damit die Folge eines Nachahmungsverhaltens.

Dagegen beruht der Snob-Effekt auf einem Absonderungsverhalten; er bezeichnet eine Verringerung der Nachfrage, die dadurch bewirkt wird, dass andere Käufer das gleiche Gut nachfragen. Der Veblen-Effekt beruht auf demonstrativem Konsumverhalten. Em Veblen-Effekt liegt vor, wenn die Nachfrage nach einem Gut bei einer Preiserhöhung dieses Gutes steigt. Er beruht somit auf einer positiven Preiselastizität (Elastizität).

Eine positive Preiselastizität liegt auch dem so genannten Giffen-Effekt zugrunde. Der Giffen-Effekt stellt jedoch nicht wie die Nachfrageeffekte auf das Kaufverhalten anderer ab, sondern auf die Beziehungen zwischen Einkommen und inferioren Gütern (hier Kartoffeln): »Als im Jahre 1845 in Irland während einer Hungersnot die Kartoffelpreise beträchtlich stiegen, erhöhten die Familien, die schon immer viel Kartoffeln verbrauchten, weil sie sich wegen ihrer Armut nicht viel Fleisch leisten konnten, nochmals ihren Kartoffelkonsum. Warum? Weil sie für das lebensnotwendige Gut Kartoffeln jetzt so viel ausgeben mussten, dass sie sich überhaupt kein Fleisch mehr leisten konnten, was sie noch stärker vom Kartoffelverbrauch abhängig machte« (Sa-muelson, 1964, S. 51).

(externe Konsumeffekte): Als externe Nachfrage- oder Konsumeffekte be­zeichnet man Interdependenzen zwischen Nut­zenfunktionen der privaten Haushalte, die nicht allein von ökonomischen Gegebenheiten und Rahmenbedingungen wie z.B. dem verfügbaren Einkommen der Konsumenten, den Konsummengen, dem Einsatz des absatzpolitischen In­strumentariums usw., sondern von sozialen Fak­toren des Nachfrageverhaltens abhängen. Es handelt sich also gewissermaßen um solche Ver­haltensweisen von Nachfragerhaushalten, die den “Vorschriften” über das wirtschaftliche Ver­halten des homo oeconomicus der mi­kroökonomischen Haushaltstheorie nicht ent­sprechen. Im einzelnen rechnet man zu den Nachfrageeffekten den Mitläufereffekt (Band­wagon-Effekt), den - Giffen-Effekt, den Snob-Effekt und den - Veblen-Effekt.

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