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Tiefenpsychologie

wurde von dem Schweizer Nervenarzt E. Bleuler als zusammenfassende Bezeichnung verschiedener sich zum Teil deutlich voneinander abhebender psychologischer "Schulen" geprägt. Für alle tiefenpsychologischen Richtungen gilt, dass sie wesentliche Anregungen dem Wiener Nervenarzt Siegmund Freud (1856-1939) verdanken und — dessen Gedanken folgend — bewusstes menschliches Erleben und Verhalten aus nicht bewussten psychischen Prozessen zu erklären suchen und entsprechend durch die Bewusstmachung und Bearbeitung nicht bewusster Konflikte vielerlei Erkrankungen, insb. aber Neurosen, im Zuge einer Psychotherapie zu behandeln suchen. Die einflussreichsten tiefenpsychologischen Schulen sind die auf Freud zurückgehende "Psychoanalyse", die von Alfred Adler begründete "Individualpsychologie" und die von Car/ G. Jung initiierte "Komplexe Psychologie". Tiefenpsychologische Grundgedanken sind weit über die Kernbereiche der Tiefenpsychologie hinaus in das alltägliche Verständnis menschlichen Erlebens und Verhaltens eingedrungen und prägen auch bestimmte Ansätze der Erklärung und Beeinflussung wirtschaftlich relevanten Verhaltens. Beispiele hierfür sind die auf Ernest Dichter (1961) zurückgehende Ansprache des Konsumenten durch bewusst von ihm nicht zu verstehende Symbolisierung bei der Produkt- und Werbegestaltung, die Deutung von Unternehmens- oder Abteilungskulturen aus nicht bewussten Fehlhaltungen und Abwehrmechanismen der dominierenden                Unternehmerpersönlichkeiten oder Führungskräfte (NeubergerlKompa, 1987) oder die Interpretation des Führungsprozesses aus einem Wechselspiel von Projektion der Wunschvorstellungen der Geführten auf den Führenden und der nachfolgenden Identifikation mit der erfolgreichen Führungskraft (Hofstätter, 1966). Insgesamt hat die Tiefenpsychologie dazu beigetragen, ein vereinseitigtes Bild des Menschen, das ausschliesslich die rationale Steuerung des Verhaltens betont, zu korrigieren, und auf nicht bewusste und "irrationale" Beweggründe unseres Handelns aufmerksam gemacht.        Literatur: Dichter, E., Strategie im Reich der Wünsche, Düsseldorf 1961. Freud, S., Gesammelte Werke, 18 Bde., Frankfurt a. M. 1947-1955. Heiss, R., Allgemeine Tiefenpsychologie, Bern 1956. Hofstätter, P. R., Tiefenpsychologische Persönlichkeitstheorien, in: Lersch, P. (Hrsg.), Handbuch der Psychologie, Bd. 4, Persönlichkeitsforschung und Persönlichkeitstheorie, Göttingen 1966. Neuberger, 0.IKompa, A., Wir, die Firma, Weinheim 1987.

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