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Zielfunktion

Die Zielfunktion ist in mathematischer Form ausgedrückte Gesamtheit von Zielen, die nach Inhalt, Umfang und zeitlichem Bezug von der Unternehmensleitung festgelegt wird und nach welcher sich die Unternehmenspolitik und Betriebspolitik richtet. Die Zielfunktion beinhaltet Kriterien, nach denen Entscheidungsprobleme zu lösen sind, und verlangt meist das Erreichen von Extremwerten. Probleme für die Erstellung einer Zielfunktion entstehen dann, wenn mehrere Entscheidungsträger mit unterschiedlichen Zielvorstellungen Einfluß auf die Bildung der Zielfunktion nehmen oder wenn sich mehrere Ziele widersprechen oder ausschließen.

Zur Bewertung von Lösungen im Rahmen eines Optimierungsmodells dient die Zielfunktion. Bezeichnet x =(x1, . . . , x n) einen Lösungsvektor, so lautet die Zielfunktion: Minimiere (bzw. Maximiere) F(x) Dadurch wird eine optimale Lösung gesucht, d.h. eine solche mit kleinstbzw. größtmöglichem Zielfunktionswert. Je nach Eigenschaften und Anzahl der Zielfunktion(en) ergeben sich verschiedene Typen von Optimierungsmodellen.

Die Zielfunktion (Entscheidungsfunktion) umfaßt die Ziele des Entscheidungsträgers. In der klassischen Theorie galt als oberstes Ziel die kurzfristige Gewinnmaximierung. Dieses Ziel ist in der neueren Theorie inhaltlich übernommen worden; der zeitliche Bezug wurde aber entsprechend der Unternehmungspolitik erneuert. Die langfristige Gewinnmaximierung steht nunmehr im Vordergrund. Darüber hinaus sind weitere Zielsetzungen zu verwirklichen, die teilweise gleichberechtigt neben das Gewinnmaximierungsziel getreten sind. Sie können die Erreichung des obersten Zieles wesentlich beeinflussen. Deshalb müssen die verschiedenen Beziehungen zwischen den einzelnen Zielen aufgezeigt werden, damit bestehende Zielkonflikte erkannt werden, die eine Erreichung einzelner, formulierter Ziele in Frage stellen ( Zielsystem). Schließlich muß geprüft werden, in welchem Ausmaß die Ziele erreicht werden sollen. Oftmals ist eine Maximierung einer oder mehrerer Zielgrößen in der Praxis unmöglich, so daß das Streben nach einer befriedigenden Lösung (Satisfizierungsprinzip) das Streben nach einer maximalen Lösung ersetzt.

In der Wirtschaftssoziologie: Bezeichnung für die Funktion in Planungs- und Entscheidungskalkülen (z.B. lineares Programmieren), die angibt, in welcher Weise die Grösse (z.B. Produktion einer Ware), die maximiert werden soll, von den Faktoren abhängt, die von den Akteuren beeinflusst werden können (z.B. Maschinen, Arbeitskräfte, Rohstoffe).

in der präskriptiven Entscheidungstheorie oftmals Synonym für —Entscheidungsregel, häufig auch Bezeichnung für die mathematische Formulierung einer Entscheidungsregel oder von Zielsetzungen in Planungsmodellen des Operations Research. Beim Typ der Optimierungsmodelle enthalten sie ferner eine Maximierungs- oder Minimierungsforderung (z. B. "Maximiere den Gewinn", "Maximiere den Umsatz", "Maximiere die Rentabilität", "Minimiere die Kosten" oder "Minimiere das Risiko"). In stochastischen Planungsmodellen wird gegenüber deterministischen Planungsmodellen häufig der (statistische) Erwartungswert einer Zielgrösse zu maximieren bzw. zu minimieren versucht. In den meisten Optimierungsmodellen strebt man an, mit einer einzigen Zielgrösse auszukommen. Ihnen stehen die Ansätze der Mehrzieloptimierung gegenüber. Das Modellieren von Zielsetzungen in Zielfunktionen ist keine Abbildung realer Strukturen, sondern konstruktive Strukturgebung, d. h. welche Ziele zu verfolgen sind, erfordert Entscheidungen. Zielfunktion

Literatur: Bretzke, W-R., Der Problembezug von Entscheidungsmodellen, Tübingen 1980.


Siehe lineare Programmierung (LP)

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