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Planungsmodelle

für die betriebliche Planung verwendetes Aussagensystem, das mit klar abgegrenzten Begriffen arbeitet und in sich widerspruchsfrei ist. Das Planungsmodell ist ein vereinfachtes Modell der Wirklichkeit, das Aktionsparameter und Daten enthält. Planungsmodelle sind Entscheidungsmodelle. Sie bauen auf dem Erklärungsmodell der Prognose auf, enthalten aber zusätzlich das Zielsystem des Betriebs, um optimale Handlungsalternativen ableiten zu können. Neben den verbalen erscheinen die mathematischen Planungsmodelle besonders wichtig: Operations Research, y Netzwerktechnik, lineare Programmierung, spieltheoretische Modelle, Warteschlangentheorie.

zentrales Werkzeug des  Operations Research (OR), also der modellgestützten Planung oder modellgestützten Entscheidungsvorbereitung. Mit Planungsmodellen werden reale Systemzusammenhänge in (weitgehend) mathematischer Weise beschrieben. Sie dienen der Durchleuchtung komplexer Entscheidungssituationen. Dazu wird erstens versucht, möglichst alle relevanten Abhängigkeitsbeziehungen innerhalb des betrachteten Systems sowie zwischen dem System und seiner Umwelt in das Modell einzubauen. Zweitens wird eine solche Aussagenbreite der Modelle angestrebt, dass sich möglichst alle bedeutungsvollen Auswirkungen der zu treffenden Entscheidungen ermitteln lassen. Die Modelle bleiben jedoch als Konstruktionen durch Menschen stets nur Stellvertreter der Realität und sind nicht die Realität selbst. In Unternehmungen werden Planungsmodelle auf unterschiedlichen Ebenen eingesetzt, teils auf der Ebene der gesamten Unternehmung, teils auf der Ebene einzelner Funktionsbereiche. Man spricht daher einerseits von Unternehmungsmodellen, andererseits von Funktionsbereichsmodellen, z. B. von  Absatzplanungsmodellen, Beschaffungsplanungsmodellen,  Finanzplanungsmodellen, Investitionsplanungsmodellen,              Lager- planungsmodellen,  Personalplanungsmodellen,  Produktionsplanungsmodellen und. Projektplanungsmodellen. Die Unternehmungsmodelle stehen zumeist im Zusammenhang mit langfristigen, strategischen Unternehmungsentscheidungen, während die Funktionsbereichsmodelle überwiegend der Vorbereitung von mittel- und kurzfristigen, taktischen und operativen Entscheidungen dienen. Planungsmodelle werden zweckmässig in Optimierungsmodelle und Bewertungsmodelle eingeteilt. Mit Bewertungsmodellen lassen sich alternative, explizit definierte Entscheidungen hinsichtlich vorgegebener Zielsetzungen bewerten. Optimierungsmodelle gestatten darüber hinaus die Bestimmung von (nicht vorgegebenen) Lösungen, die hinsichtlich einer gegebenen Zielsetzung optimal sind. Bewertungsmodelle setzen also die explizite Formulierung von Lösungen voraus, die hinsichtlich ihrer Lösungsqualität zu untersuchen sind. Demgegenüber lassen sich mit Optimierungsmodellen eigene Lösungsvorschläge erzeugen, und zwar solche, die unter der Vielfalt möglicher Lösungen optimal sind. Die Grenze zwischen Bewertungs- und Optimierungsmodellen ist allerdings nicht scharf zu ziehen; insb. findet man häufig Hierarchien von übergeordneten Bewertungsmodellen und untergeordneten Optimierungsmodellen. In der Literatur werden weitere Modelltypen genannt, z. B. Beschreibungs-, Ermittlungs-,               Erklärungs-, Prognose- und  Entscheidungsmodelle. Die meisten realen Planungsmodelle lassen sich nicht isoliert einem einzelnen dieser Typen zuordnen, sondern enthalten zumeist gleichzeitig Komponenten aus mehreren oder allen dieser Typen. Weiterhin unterscheidet man bezüglich der Darstellungsform zwischen bildhaften ("ikonischen", analogen) und symbolischen Modellen. In der Planung im Sinne des OR werden überwiegend symbolische Modelle eingesetzt, während bildhafte Modelle weitgehend nur zur Veranschaulichung von Zusammenhängen und Planungsergebnissen herangezogen werden. Zu den symbolischen Modellen gehören vor allem die mathematischen Modelle, ferner verbale Modelle und Graphen-Modelle (z. B. Netzpläne, Organigramme). Unterschiedliche Auffassungen bestehen darüber, inwieweit der Bau von Planungsmodellen Abbildung einer bereits strukturierten Realität bzw. Strukturgebung einer an sich strukturlosen Realität ist. Insoweit als Sachverhalte in der realen Welt beobachtbar sind, könnte man ihre Darstellung eher als Abbildung auffassen, die Modellierung von gewünschten oder theoretisch erforschten Zusammenhängen dagegen eher als Strukturgebung. Zu den Strukturierungsaufgaben des Modellbauers gehört auch die Wahl zwischen deterministischen und stochastischen Planungsmodellen.                                              Literatur: Stachowiak, H., Allgemeine Modelltheorie, Wien, New York 1973. Müller-Merbach, H., Operations Research, 3. Aufl., München 1973. Bretzke, W-R., Der Problembezug von Entscheidungsmodellen, Tübingen 1980. Dinkelbach, W, Entscheidungsmodelle, Berlin, New York 1982.

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